Islamabad: Polizei löst gewaltsam Protest von Stromrechnungszahlern auf, 15 Festnahmen

Islamabad: Polizei löst gewaltsam Protest von Stromrechnungszahlern auf, 15 Festnahmen

Am 21. Januar 2026 löste die Polizei in Islamabad eine Demonstration von Bürgern gewaltsam auf, die gegen unbezahlbar hohe Stromrechnungen protestierten. Bei den Auseinandersetzungen vor dem Hauptsitz der Stromverteilungsgesellschaft IESCO in der G-9/4-Sektion wurden mindestens 15 Personen festgenommen und mehrere Demonstranten verletzt.

Chronologie der Ereignisse

Gegen 11:00 Uhr Ortszeit versammelten sich etwa 200 bis 300 Bewohner aus verschiedenen Vierteln Islamabads, darunter G-6, G-7 und I-8, vor dem IESCO-Gebäude. Die Demonstranten, angeführt von lokalen Aktivisten wie Malik Aslam und Farzana Kausar, verbrannten symbolisch ihre Stromrechnungen. Sie forderten die Abschaffung der monatlichen Gebühr von 400 Rupien für Steuerzahler sowie die Rücknahme von Strompreiserhöhungen, die im vierten Quartal 2025 in Kraft traten.

Um etwa 12:30 Uhr rückten Einheiten der Islamabad Capital Territory Police unter dem Kommando von SSP (Operations) Syed Ali an. Nach lautstarken Warnungen über Lautsprecher setzte die Polizei gegen 13:00 Uhr Tränengas und Wasserwerfer ein, um die Menge zu zerstreuen. Ein Polizeisprecher bestätigte gegenüber Reportern die Festnahme von 15 Personen, darunter Malik Aslam. Augenzeugen berichteten von mindestens sieben verletzten Demonstranten, die mit Prellungen und Atembeschwerden behandelt wurden.

Hintergrund der Stromkrise

Der Protest ist der jüngste in einer Reihe von Unruhen aufgrund der Energiekosten in Pakistan. Die Regierung hatte im Rahmen eines Abkommens mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) vom Juli 2025 zugesagt, Subventionen im Energiesektor schrittweise abzubauen. Dies führte zu einer kumulativen Preiserhöhung von 28% für Haushaltsstrom innerhalb der letzten sechs Monate.

Bereits am 15. Januar 2026 kam es in Karatschi zu ähnlichen, kleineren Protesten vor den Büros der K-Electric. Das pakistanische Elektrizitätsregulierungsbehörde (NEPRA) Gesetz von 1997 ermächtigt die Behörde, Tarife halbjährlich anzupassen, basierend auf den vom Finanzministerium vorgegebenen Gebühren und Anpassungen. Die monatliche Pauschalgebühr von 400 Rupien, gegen die sich der Protest richtet, wurde im September 2025 im Rahmen des Haushaltsergänzungsgesetzes eingeführt.

Bildquelle: Pixabay