Massiver Stromausfall in Texas trifft über 2 Millionen Haushalte bei Wintereinbruch

Massiver Stromausfall in Texas trifft über 2 Millionen Haushalte bei Wintereinbruch

Am 15. Januar 2026 um 03:17 Uhr Ortszeit fiel im Stromnetz des texanischen Übertragungsnetzbetreibers ERCOT (Electric Reliability Council of Texas) die Frequenz unter die kritische Marke von 59,4 Hertz. Innerhalb von 12 Minuten wurden automatisch über 2,1 Millionen Haushalte und Unternehmen in den Regionen Dallas-Fort Worth, Houston und Austin vom Netz genommen, um einen kompletten Kollaps zu verhindern.

Chronologie des Blackouts

Der Netzbetreiber ERCOT unter CEO Pablo Vegas verzeichnete den ersten Generatorsausfall um 02:45 Uhr im Braunkohlekraftwerk Martin Lake nahe Tatum. Bei Temperaturen von minus 12 Grad Celsius fielen in der Folge mehrere Gaskraftwerke aufgrund gefrorener Leitungen und Instrumente aus. Um 03:17 Uhr löste das automatische Schutzsystem Lastabwürfe aus. Der Gouverneur von Texas, Greg Abbott, erklärte um 05:30 Uhr für 154 Countys den Katastrophenfall. Die Stadt Houston unter Bürgermeister John Whitmire richtete 47 Notunterkünfte ein.

Betroffene Infrastruktur und Reaktionen

Laut Angaben des Verkehrsministeriums Texas DOT waren 638 Ampeln in der Metropolregion Dallas außer Betrieb. Der Flughafen Dallas/Fort Worth (DFW) stellte vorübergehend den Betrieb ein, 344 Flüge wurden gestrichen. Der Betreiber des Oncor-Verteilnetzes, CEO Allen Nye, gab an, dass 12.000 Techniker im Einsatz seien. Die Bundesnotfallbehörde FEMA unter Administrator Deanne Criswell stellte Generatoren für kritische Infrastruktur bereit. Ein Sprecher des Krankenhausverbands Texas Hospital Association bestätigte, dass 22 Kliniken vorübergehend auf Notstromaggregate umgeschaltet hätten.

Hintergrund: Wiederholte Netzprobleme

Das texanische Stromnetz ist weitgehend vom nationalen Verbundnetz isoliert, was die Hilfe bei Engpässen erschwert. Ein ähnlicher, aber größerer Blackout ereignete sich im Februar 2021, als über 4,5 Millionen Kunden tagelang ohne Strom waren. Seither wurden Vorschriften für die Winterhärte von Kraftwerken (PUC Rule §25.55) verschärft. Eine Untersuchungskommission des Staatsparlaments unter Vorsitz von Senator Charles Schwertner (R-Georgetown) kam 2022 zu dem Ergebnis, dass viele Anlagen die Nachrüstvorgaben nicht vollständig umgesetzt hatten. Der aktuelle Vorfall fällt mit einer Kältewelle zusammen, die der nationale Wetterdienst (NWS) für mindestens 72 Stunden vorhergesagt hatte.

Bildquelle: Pixabay