Einleitung
Ein schwerer Wintersturm hat am 18. Januar 2026 zu massiven Stromausfällen im US-Bundesstaat Texas geführt. Gouverneur Greg Abbott rief den Notstand für 152 Countys aus, nachdem mehr als 1,5 Millionen Haushalte und Unternehmen von der Stromversorgung abgeschnitten wurden.
Chronologie und Details
Der Ausfall begann am frühen Samstagmorgen, dem 18. Januar, gegen 04:30 Uhr Ortszeit, als ein arktischer Kaltluftvorstoß mit Eisregen und Schnee auf Texas traf. Laut dem texanischen Stromnetzbetreiber ERCOT (Electric Reliability Council of Texas) fielen zunächst rund 12 Gigawatt an Erzeugungskapazität aus, hauptsächlich durch vereiste Windkraftanlagen und ausgefallene Gaskraftwerke. Bis 10:00 Uhr stieg die Zahl der betroffenen Kunden auf über 1,8 Millionen.
Besonders betroffen waren die Regionen um Dallas-Fort Worth, Austin und Teile von Houston. Der Flughafen Dallas/Fort Worth International (DFW) meldete am 18. Januar die Absage von 412 Flügen. Die städtischen Behörden von Austin eröffneten 12 Notunterkünfte in städtischen Gebäuden und Schulen. „Wir sehen einen kaskadierenden Ausfall, der an die Ereignisse von 2021 erinnert“, sagte Pablo Vegas, CEO von ERCOT, in einer Pressekonferenz.
Hintergrund
Der Vorfall ereignet sich fast genau fünf Jahre nach der historischen Stromkrise im Februar 2021, bei der in Texas über 4,5 Millionen Kunden betroffen waren und mindestens 246 Menschen starben. Seitdem hat der Gesetzgeber unter Führung von Gouverneur Abbott Reformen verabschiedet, darunter das Gesetz SB 3, das Wetterhärtungsmaßnahmen für Kraftwerke vorschreibt. Kritiker wie der ehemalige ERCOT-Vorstandvorsitzende Brad Jones hatten wiederholt darauf hingewiesen, dass die Maßnahmen unzureichend seien und das isolierte texanische Stromnetz weiterhin anfällig für extreme Wetterereignisse bleibe.
Die aktuelle Krise trifft auf einen historisch hohen Strombedarf durch Heizungen. ERCOT verzeichnete am 18. Januar einen Spitzenverbrauch von 78 Gigawatt. Obwohl einige Kapazitäten am 19. Januar wiederhergestellt wurden, warnten Netzbetreiber vor weiteren kontrollierten Abschaltungen, da die Temperaturen in der Nacht zum 20. Januar in Teilen von Nordtexas auf bis zu -12°C fallen sollten.
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