Massenproteste in Neu-Delhi gegen Arbeitsmarktreform führen zu 127 Festnahmen

Massenproteste in Neu-Delhi gegen Arbeitsmarktreform führen zu 127 Festnahmen

Am 22. Januar 2026 kam es in der indischen Hauptstadt Neu-Delhi zu massiven Protesten gegen eine geplante Arbeitsmarktreform der Regierung. Nach Angaben der Polizei wurden bei Zusammenstößen im Regierungsviertel um das Parlamentsgebäude mindestens 127 Personen festgenommen, darunter mehrere Gewerkschaftsführer.

Chronologie der Ereignisse

Die Demonstration begann um 10:00 Uhr Ortszeit am Raj Ghat und zog mit schätzungsweise 15.000 Teilnehmern entlang der Tilak Marg Richtung Parlament. Gegen 13:15 Uhr versuchte ein Teil der Menge, die Barrikaden an der Parliament Street zu durchbrechen. Die Delhi Police setzte daraufhin Wasserwerfer und Tränengas ein. Der Generalsekretär des Gewerkschaftsdachverbands Centre of Indian Trade Unions (CITU), Tapan Sen, wurde um 14:30 Uhr in Gewahrsam genommen. Die Polizei bestätigte 12 leichte Verletzungen auf Seiten der Beamten und 35 unter den Demonstranten.

Hintergrund der Reform

Der Protest richtet sich gegen den „Industrial Relations Code (Amendment) Bill, 2026“, der am 20. Januar im Kabinett gebilligt wurde. Der Gesetzentwurf erleichtert Unternehmen mit bis zu 300 Beschäftigten (bisher 100) Entlassungen ohne staatliche Genehmigung. Zudem soll die Schwelle für die Anerkennung einer Gewerkschaft als Verhandlungspartner von 10% auf 30% der Belegschaft angehoben werden. Bereits im November 2020 hatte die Regierung drei umstrittene Arbeitsgesetze verabschiedet, die jedoch nach landesweiten Protesten und dem Sieg der Opposition in mehreren Bundesstaaten 2022 teilweise zurückgenommen wurden.

Bildquelle: Pixabay