Politik im Pott: Zwischen Strukturwandel und sozialer Gerechtigkeit
Das Ruhrgebiet, einst das industrielle Herz Deutschlands, befindet sich weiterhin in einem tiefgreifenden Strukturwandel. Die Kommunalpolitik in Städten wie Essen, Dortmund und Bochum steht vor der Herausforderung, diesen Wandel sozial gerecht zu gestalten.
Arbeitslosigkeit und soziale Ungleichheit
Trotz Fortschritten bei der Transformation hin zu einer Hightech-Region kämpft das Ruhrgebiet weiterhin mit hoher Arbeitslosigkeit. Besonders betroffen sind Gelsenkirchen und Duisburg. Die Arbeitslosenquote im Ruhrgebiet liegt aktuell bei über 10 Prozent, wobei die Quote bei Menschen ohne deutschen Pass deutlich höher ist. Dies führt zu wachsender sozialer Ungleichheit, die sich in vielen Stadtteilen in Essen, Duisburg und Gelsenkirchen manifestiert.
Kommunalwahlen 2025: Politische Verschiebungen
Die Kommunalwahlen im September 2025 haben deutliche politische Veränderungen im Ruhrgebiet gezeigt. Die SPD bleibt zwar stärkste Kraft, musste aber Verluste hinnehmen. Die CDU konnte in einigen Städten, wie Dortmund, überraschende Erfolge feiern. Die AfD verzeichnete deutliche Zugewinne, während die Grünen Stimmen verloren. Diese Ergebnisse spiegeln eine wachsende Unzufriedenheit mit der etablierten Politik wider. In vielen Städten kam es zu Stichwahlen, in denen sich teils überraschende Konstellationen ergaben.
Wohnungsnot und Leerstand
Ein weiteres drängendes Problem im Ruhrgebiet ist die Wohnungsnot, insbesondere bei bezahlbarem Wohnraum. Schätzungen zufolge fehlen fast 200.000 erschwingliche Wohnungen. Gleichzeitig gibt es spekulativen Leerstand, bei dem Eigentümer Wohnungen bewusst leer stehen lassen, um von Wertsteigerungen zu profitieren. Die Kommunen versuchen, mit Gesetzen gegen Zweckentfremdung von Wohnraum vorzugehen.
Bürgerbeteiligung und Transparenz
Viele Städte im Ruhrgebiet setzen verstärkt auf Bürgerbeteiligung, um die Akzeptanz politischer Entscheidungen zu erhöhen. Bürgerforen,Dialogveranstaltungen und Online-Plattformen sollen den Austausch zwischen Bürgern und Politikern fördern. Allerdings gibt es auch Kritik an mangelnder Transparenz und fehlender Beteiligungsmöglichkeiten.
Strukturwandel als Chance
Trotz der Herausforderungen bietet der Strukturwandel auch Chancen für das Ruhrgebiet. Investitionen in Bildung, Technologie und Kultur sollen die Region zu einem attraktiven Standort für Unternehmen und Fachkräfte machen. Die Internationale Gartenausstellung (IGA) 2027 soll neue Impulse für die regionale Entwicklung setzen. Es bleibt jedoch eine zentrale Aufgabe der Kommunalpolitik, den Strukturwandel sozial gerecht zu gestalten und die Lebensqualität aller Bürger zu verbessern.
Bildquelle: Pixabay – Dieser Beitrag wurde erstellt von Politikredaktion Ruhr



