Ruhrgebiet: Konjunktur trübt sich ein – Unternehmen sehen sich mit sinkenden Aufträgen und Investitionen konfrontiert

Ruhrgebiet: Konjunktur trübt sich ein – Unternehmen sehen sich mit sinkenden Aufträgen und Investitionen konfrontiert
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Konjunkturelle Herbstdepression im Revier

Die wirtschaftliche Lage im Ruhrgebiet bleibt angespannt. Eine aktuelle Umfrage der Arbeitgeberverbände Ruhr/Westfalen zeigt, dass fast ein Drittel der Unternehmen ihre Geschäftslage als „kaum befriedigend“ oder „schlecht“ bewertet. 45 % sehen sogar eine Verschlechterung im Vergleich zum Vorjahr. Die Unternehmen kämpfen mit hohen Kosten, schwacher Nachfrage und Unsicherheit. Besonders betroffen ist der Dienstleistungssektor.

Die Aufträge im Inland gehen zurück (fast 30 %), ebenso im Auslandsgeschäft (24 %). Nur wenige Unternehmen (12 %) erwarten eine Besserung in den nächsten Monaten. Dies wirkt sich auf die Investitionsbereitschaft aus: Nur 8 % planen Mehrausgaben, während 30 % von sinkenden Investitionen ausgehen. Auch die Bereitschaft zur Ausbildung ist rückläufig.

Soziale Schieflage und politische Beben

Das Ruhrgebiet ist nach wie vor ein „Sozialfall“. Die Ausgaben für soziale Leistungen sind gestiegen, während die kommunalen Investitionen unter dem Durchschnitt liegen. Die soziale Ungleichheit nimmt zu.

Bei den Kommunalwahlen im letzten Jahr musste die SPD in ihren traditionellen Hochburgen Verluste hinnehmen. Die AfD konnte ihr Ergebnis verdreifachen und zog in Stichwahlen um Oberbürgermeisterposten ein. Die Politikwissenschaftlerin Kristina Weissenbach von der Uni Duisburg-Essen sieht darin ein Zeichen, dass die SPD ihre Kernwählerschaft nicht mehr erreicht.

Infrastruktur und Zukunftsperspektiven

Trotz der Probleme gibt es auch positive Entwicklungen. So sind die Anzahl und der Umsatz der Unternehmen im Ruhrgebiet gestiegen. Die Beschäftigung entwickelte sich ebenfalls leicht positiv. Besonders dynamisch sind die Leitmärkte Ressourceneffizienz, Freizeit & Events, Gesundheit und Digitale Kommunikation.

Die InfraTech 2026 fand vom 13. bis 15. Januar in Essen statt. Dort trafen sich Akteure der Infrastrukturbranche, um über Planung, Bau und Erhalt von Infrastruktur zu diskutieren. Themen waren u.a. öffentlicher Raum, Mobilität, Wasser und Klima.

Das Land Nordrhein-Westfalen treibt das Sonderprogramm Straßeninfrastruktur Südwestfalen voran. Im Rahmen des Bauprogramms 2026 werden 14 sanierungsbedürftige Streckenabschnitte erneuert, um die Region zu unterstützen.

Mit Blick auf die Zukunft finden 2026 im Ruhrgebiet die Manifesta, eine europäische Biennale für zeitgenössische Kunst, und der Hiking Day Ruhr statt.

Bildquelle: Pixabay – Dieser Beitrag wurde erstellt von Redaktion Ruhr