Ruhrgebiet: Anhaltende wirtschaftliche Stagnation und schwindendes Vertrauen in Politik

Ruhrgebiet: Anhaltende wirtschaftliche Stagnation und schwindendes Vertrauen in Politik
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Ruhrgebiet im Umbruch: Zwischen Stagnation und neuem Trotz

Das Ruhrgebiet, einst stolzes Zentrum der deutschen Schwerindustrie, ringt weiterhin mit den Folgen des Strukturwandels. Während einige Bereiche leichte Erholung signalisieren, dominiert insgesamt eine Stimmung der Stagnation. Die Arbeitslosigkeit ist überdurchschnittlich, die Einkommen niedrig, und die Infrastruktur vielerorts marode. Das Vertrauen in die etablierten Parteien schwindet, was sich in den Wahlergebnissen widerspiegelt.

Wirtschaftliche Flaute und politische Konsequenzen

Die wirtschaftliche Lage bleibt angespannt. Eine Umfrage des Arbeitgeberverbandes Ruhr-Lippe zeigt, dass die Mehrheit der Unternehmen im mittleren Ruhrgebiet und in Westfalen für 2026 keine wirtschaftliche Erholung erwartet. Pessimistische Einschätzungen überwiegen in Bezug auf Geschäfts-, Umsatz- und Auftragserwartungen. Viele Betriebe klagen über hohe Steuern, Bürokratie und lange Genehmigungsverfahren. Die Bereitschaft zur Ausbildung ist rückläufig, und viele Unternehmen planen sogar einen Stellenabbau.

Die SPD, einst Platzhirsch in NRW, schwächelt. Die schwierige Suche nach einem Herausforderer für Ministerpräsident Wüst für die Landtagswahl 2027 zeigt die Unsicherheit und den Mangel an profilierten Kandidaten. Die AfD hingegen sieht sich im Aufwind und erwartet besonders in strukturschwachen Regionen wie Gelsenkirchen und Duisburg Zuwächse.

Maloche und sozialer Kitt

Trotz aller Probleme hält der berühmte Ruhrpott-Charme die Region zusammen. Die Menschen hier sind bekannt für ihre Direktheit, Ehrlichkeit und ihren unermüdlichen Fleiß. Initiativen zur Demokratieförderung und zum sozialen Zusammenhalt sind wichtiger denn je. Es braucht eine Politik, die sich um die Sorgen der Menschen kümmert und ihnen eine Perspektive bietet.

Der öffentliche Nahverkehr muss fahrscheinfrei werden, um die soziale Teilhabe zu fördern, die Umwelt zu entlasten und die Straßen zu entlasten. Mobilität ist ein Schlüssel für ein gutes Leben, und sie darf nicht am Geldbeutel scheitern. Auch der Radverkehr muss sicher gestaltet werden, aber Fußgänger dürfen nicht vernachlässigt werden. Oft werden Fußgänger durch kombinierte Rad/Fusswege gefährdet, das darf nicht sein.

Olympia-Entscheidung und andere Lichtblicke

Am 19. April 2026 entscheiden die Bürger in Nordrhein-Westfalen in Ratsbürgerentscheiden über die Bewerbung KölnRheinRuhr um Olympische und Paralympische Spiele. Rund vier Millionen Menschen können dann ihre Stimme abgeben. Dortmund könnte Gastgeber der Spiele 2036, 2040 oder 2044 werden.

Der Dortmunder Flughafen verzeichnet steigende Verkehrszahlen und konnte im Jahr 2025 über 3,24 Millionen Passagiere begrüßen. Ab Juni 2026 wird es eine neue Flugverbindung von Dortmund nach Oradea geben.

Bochum: Streit um Zebrastreifen

In Bochum gibt es Streit um die Einrichtung von Zebrastreifen. Die Verwaltung wehrt sich immer wieder gegen die Einrichtung von Zebrastreifen, obwohl Einwohner und Einwohnerinnen dies anregen. Im letzten Mobilitätsausschuss des Rates wurden drei Bürgeranregungen zur Einrichtung von Zebrastreifen abgelehnt. Dabei wurden die rechtlichen Hürden zur Einrichtung von Zebrastreifen bereits 2025 gesenkt.

Bildquelle: Pixabay – Dieser Beitrag wurde erstellt von Redaktion Ruhr