Konjunkturumfrage 2026: Unternehmen im Ruhrgebiet erwarten Stellenabbau

Konjunkturumfrage 2026: Unternehmen im Ruhrgebiet erwarten Stellenabbau
Quelle: Pixabay

Ruhrgebiet im Umbruch: Zwischen Krise, Kohle und Kampfgeist

Das Ruhrgebiet, einst stolzes Herz der deutschen Industrie, steht im Januar 2026 vor gewaltigen Herausforderungen. Der Strukturwandel nagt, die Zechen sind Geschichte, und die Wirtschaft kämpft mit Problemen. Doch unter der rauen Schale brodelt der typische Ruhrpott-Charme und der unermüdliche Kampfgeist der Menschen zwischen Duisburg und Dortmund.

Wirtschaftliche Flaute und Stellenabbau

Die Stimmung ist gedrückt: Hohe Steuern, Bürokratie und strukturelle Probleme belasten die Unternehmen. Eine aktuelle Konjunkturumfrage der Arbeitgeberverbände Ruhr/Westfalen unter 420 Mitgliedsbetrieben zeigt, dass fast 70 Prozent der Unternehmen mit einer gleichbleibend schlechten oder sogar schlechteren Geschäftsentwicklung rechnen. Besonders die Inlandsaufträge geben Anlass zur Sorge. Fast 40 Prozent der Unternehmen planen sogar einen Stellenabbau.

„Freiheit Emscher“ als Hoffnungsschimmer

Doch es gibt auch Lichtblicke: Das Projekt „Freiheit Emscher“ zwischen Bottrop und Essen soll auf ehemaligen Bergbauflächen einen modernen Raum zum Arbeiten, Leben und Zusammenkommen schaffen. Das Land NRW und die EU unterstützen das Gemeinschaftsprojekt mit 77 Millionen Euro. Wirtschafts- und Klimaschutzministerin Mona Neubaur betonte bei der Übergabe der Förderbescheide, wie aus alten Industriestandorten neue Chancen entstehen können.

Politik im Wandel

Die politische Landschaft in NRW ordnet sich neu. Ein Jahr vor der Landtagswahl 2027 positionieren sich die Parteien. Die schwarz-grüne Landesregierung steht unter Zugzwang, Reformen müssen auf den Weg gebracht werden. In Dortmund hat die Stadt aufgrund eines drohenden Defizits eine Haushaltssperre bis Ende März 2026 verhängt. Kämmerer Jörg Stüdemann bezeichnete die Finanzlage der NRW-Kommunen als „desaströs“.

Soziale Schieflage und Vertrauensverlust

Ein wachsender Vertrauensverlust in Demokratie und staatliche Institutionen ist zu beobachten. Soziale Ausgrenzung, wachsende Armut und mangelnde politische Teilhabe tragen maßgeblich dazu bei. Im Ruhrgebiet, wo in manchen Regionen der Eindruck entsteht, wirtschaftliche Spielräume schrumpfen und Zukunftsperspektiven fehlen, verschärfen sich die Verteilungskämpfe.

Fairtrade-Region mit Herz

Trotz aller Probleme hält das Ruhrgebiet an seinen Werten fest: Die Region ist weiterhin „Faire Metropolregion“. Über 4,5 Millionen Menschen leben bereits in einer Fairtrade-Town oder einem Fairtrade-Kreis. Vertreter aus Politik und Netzwerk unterstreichen die Bedeutung von fairer Beschaffung im Ruhrgebiet.

Blick nach vorn

Das Ruhrgebiet steht vor einem entscheidenden Jahrzehnt. Globalisierung, Digitalisierung, demografischer Wandel und soziale Polarisierung setzen die Region unter Druck. Um im Wettbewerb der Regionen zu bestehen, ist mehr denn je Kooperation gefragt. Es gilt, die Stimme der jungen Generation bei politischen Entscheidungen mehr Gehör zu verschaffen und das Ruhrgebiet als attraktiven Lebensraum zu präsentieren. Denn eins ist klar: Die Menschen im Revier geben nicht auf – sie kämpfen für ihre Zukunft.

Bildquelle: Pixabay – Dieser Beitrag wurde erstellt von Redaktion Ruhr