Köln. Ein Beamter der Polizei Köln ist in der Nacht zu Donnerstag bei dem Versuch, zwei flüchtende Männer festzunehmen, von einem Auto erfasst und schwer verletzt worden. Die Mordkommission hat die Ermittlungen aufgenommen.
Tatablauf am Leystapel
Gegen 2.50 Uhr wollten Streifenbeamte im Bereich der Straße Am Leystapel, nahe dem Südverteiler, zwei 29 und 41 Jahre alte Männer kontrollieren. Diese ergriffen jedoch sofort die Flucht. Bei der anschließenden Verfolgung zu Fuß versuchte ein 27-jähriger Polizeibeamter, einen der Flüchtigen auf Höhe einer Zufahrt zu stellen.
In diesem Moment bog ein Audi A4 in die Zufahrt ein und erfasste den Beamten. Der Fahrer, ein 34-Jähriger, setzte seine Fahrt fort und flüchtete. Der schwer verletzte Polizist wurde mit Notarztbegleitung in ein Krankenhaus eingeliefert.
Großfahndung und Festnahmen
Nach der Tat wurde eine sofortige Großfahndung eingeleitet. Die Polizei konnte noch in derselben Nacht alle drei beteiligten Männer festnehmen:
- Der 34-jährige Fahrer des Audi in Frechen.
- Den 29-jährigen Flüchtigen in Köln.
- Den 41-jährigen Flüchtigen in Hürth.
Der Audi wurde sichergestellt. Gegen den Fahrer wurde ein Haftbefehl vollstreckt. Die beiden anderen Männer befinden sich in Polizeigewahrsam.
Ermittlungen auf hoher Ebene
Wegen der besonderen Schwere der Tat – der Angriff auf ein hohes Rechtsgut, die körperliche Unversehrtheit eines Polizeibeamten im Dienst – hat die Kölner Mordkommission die Ermittlungen übernommen. Die Staatsanwaltschaft Köln prüft den Vorfall als versuchten Totschlag.
Die Polizei Köln zeigte sich entsetzt über den Vorfall. „Ein Kollege wird bei der Ausübung seines Dienstes niedergefahren. Das ist ein Angriff auf uns alle und auf unseren Rechtsstaat“, so ein Sprecher. Der Zustand des verletzten Beamten wurde zunächst nicht detailliert bekanntgegeben.
Hintergrund und Kürzel
Der „Südverteiler“ ist eine wichtige Verkehrsader in Köln. Das Kürzel P.TÜR in polizeilichen Meldungen steht für „Polizeitür“ und bezeichnet standardmäßig den Zugang zu polizeilichen Gewahrsams- oder Verwahrungszellen. Die Zeugenaufrufe der Polizei laufen weiter.
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Quelle: Polizei Köln



