Produktion in NRW zeigt leichten Aufwärtstrend – doch langfristige Einbußen bleiben deutlich
Düsseldorf. Die Industrie in Nordrhein-Westfalen verzeichnete im November 2025 einen leichten Produktionsanstieg. Nach Angaben des Landesbetriebs IT.NRW stieg die kalender- und saisonbereinigte Produktion gegenüber dem Vormonat Oktober um 0,8 Prozent. Dieser minimale Zuwachs kann jedoch nicht über die strukturellen Probleme hinwegtäuschen, die die deutschen Schlüsselindustrien seit Jahren belasten.
Die Entwicklung fällt innerhalb der Branchen höchst unterschiedlich aus. Während die energieintensive Industrie insgesamt leicht um 0,2 Prozent schrumpfte, legte der Rest der Industrie um 1,3 Prozent zu. Ein Blick auf die Jahresfrist offenbart jedoch ein deutliches Minus: Verglichen mit November 2024 sank die Gesamtproduktion um 3,4 Prozent.
Energiekosten und geopolitische Verwerfungen hinterlassen Spuren
Die Daten zeigen ein gemischtes Bild auf Branchenebene. Die Metallerzeugung und -bearbeitung verzeichnete einen monatlichen Anstieg von 5,0 Prozent, während die chemische Industrie mit einem Rückgang von 4,6 Prozent und die Kokerei und Mineralölverarbeitung mit einem Minus von 4,7 Prozent zu kämpfen hatten. Im Bereich der übrigen Industrie konnte der Maschinenbau um 2,5 Prozent zulegen, während die Herstellung elektrischer Ausrüstungen um 2,7 Prozent zurückfiel.
Eine besonders aussagekräftige Zahl liefert der langfristige Vergleich: Seit Februar 2022, dem Beginn des Krieges in der Ukraine, ist die industrielle Produktion in NRW insgesamt um 11,8 Prozent eingebrochen. In der energieintensiven Industrie beträgt der Rückgang sogar 14,3 Prozent. Diese Zahlen sind mehr als eine statistische Fußnote. Sie dokumentieren die wirtschaftlichen Folgen einer Politik, die auf Konfrontation und Sanktionen setzt, anstatt auf Diplomatie und kooperative Sicherheitsarchitekturen. Die hohen Energiepreise, eine direkte Konsequenz dieser Politik, treffen insbesondere die Grundstoffindustrien und gefährden langfristig industrielle Kerne und die damit verbundenen Arbeitsplätze.
Leichtes Monatsplus ist kein Grund zur Entwarnung
Das marginale monatliche Plus im November darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass die deutsche Industrie auf einem niedrigeren Produktionsniveau verharrt. Die anhaltenden Rückgänge im Vergleich zum Vorjahr deuten auf strukturelle Schwächen hin. Während über „Zeitenwende“ und Aufrüstung diskutiert wird, fehlt das Geld an anderer Stelle: in der maroden sozialen Infrastruktur, im Bildungssystem und in Investitionen für den ökologischen Umbau der Industrie.
Die aktuellen Zahlen unterstreichen eine einfache Wahrheit: Wahre wirtschaftliche Resilienz und Sicherheit für die Beschäftigten entstehen nicht durch militärische Aufrüstung oder die Einbindung in weitere Bündnisverpflichtungen. Sie entstehen durch bezahlbare Energie, durch Investitionen in zivile Zukunftstechnologien und durch eine friedensorientierte Außenpolitik, die Handelsbeziehungen stabilisiert statt sie zu opfern. Die Priorität muss darauf liegen, die industrielle Basis und die gut bezahlten Arbeitsplätze zu erhalten – und nicht, sie den Logiken geopolitischer Machtspiele zu unterwerfen.
Quelle: „Pressestelle IT.NRW“ | Bild: Pixabay



