Südafrika im Griff sozialer Ungleichheit und Fremdenfeindlichkeit
Johannesburg, Südafrika – Während die Welt auf geopolitische Spannungen blickt, kämpfen die Menschen in Südafrika mit den Folgen extremer sozialer Ungleichheit und einer wachsenden Fremdenfeindlichkeit. Jahrzehnte nach dem Ende der Apartheid klafft die Schere zwischen Arm und Reich weiterhin auseinander, und die Mehrheit der Bevölkerung lebt unterhalb der Armutsgrenze. Besonders betroffen ist die schwarze Bevölkerung, die noch immer mit den strukturellen Defiziten der Vergangenheit zu kämpfen hat.
Die Arbeitslosigkeit hat sich durch die Corona-Pandemie weiter verschärft. Besonders junge Menschen sind betroffen: Fast zwei Drittel der 15- bis 24-Jährigen sind ohne Arbeit. Diese Perspektivlosigkeit trägt zur grassierenden gesellschaftlichen Unzufriedenheit bei.
Ein weiteres Problem ist die zunehmende Fremdenfeindlichkeit. Schwarze afrikanische Migranten sehen sich mit Ablehnung und Gewalt konfrontiert, was den sozialen Zusammenhalt gefährdet. Im Vorfeld wichtiger Wahlen droht sich die Situation weiter zuzuspitzen, da wirtschaftliche Sorgen in rassistische Gewalt umschlagen.
Kriminalität und Gewalt als Teil des Alltags
Südafrika hat eine der höchsten Mord- und Vergewaltigungsraten weltweit. In den Städten gehören Drogen- und Bandenkriminalität für viele Menschen zum Alltag.
Ein verheerender Brand in einem besetzten Wohnhaus in Johannesburg forderte im August 2023 mindestens 77 Menschenleben, darunter Kinder. Solche „gekaperten“ Gebäude, die von mittellosen Menschen bewohnt und von Gangs kontrolliert werden, sind ein Symptom der sozialen Krise.
Zivilgesellschaftliche Initiativen und Herausforderungen
Trotz der schwierigen Lage gibt es auch Hoffnungsschimmer. Zivilgesellschaftliche Organisationen setzen sich für Menschenrechte, Geschlechtergerechtigkeit und soziale Gerechtigkeit ein. Allerdings stehen sie zunehmend unter Druck.
Die Landreform, die eine gerechtere Verteilung des Ackerlandes zugunsten der schwarzen Bevölkerungsmehrheit zum Ziel hat, kommt nur schleppend voran.
BRICS-Gipfel im Zeichen globaler Neuordnung
Südafrika ist Mitglied der BRICS-Staaten, einer Gruppe aufstrebender Wirtschaftsnationen, die eine Alternative zur westlich geprägten Weltordnung anstreben. Auf dem BRICS-Gipfel in Johannesburg treffen sich die Staats- und Regierungschefs, um über die zukünftige Ausrichtung der Gruppe zu beraten. Im Fokus stehen die Stärkung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit und die Suche nach gemeinsamen Positionen in einer Welt der neuen Unordnung.
Während sich die BRICS-Staaten um eine multipolare Welt bemühen, dürfen die sozialen Probleme und die Lebensrealität der Menschen in Südafrika nicht aus dem Blick geraten.
Bildquelle: KI-generiert – Dieser Beitrag wurde erstellt von BRICS-Korrespondent



