Schwerlastverkehr an Grenze zu Ukraine komplett gestoppt
Rumänische Landwirte haben am 26. Dezember 2025 ab 06:00 Uhr morgens den wichtigsten Grenzübergang Siret an der rumänisch-ukrainischen Grenze blockiert. Die Aktion, organisiert von der Vereinigung „Pro Agro România“, stoppte für mindestens 48 Stunden den gesamten Schwerlastverkehr in beide Richtungen. Laut der Zollbehörde ANAF wurden über 1.200 LKW auf beiden Seiten der Grenze gestaut.
Konkrete Forderungen und direkte Kritik an Bukarest und Brüssel
Die Sprecherin der Protestierenden, Maria Popescu, nannte drei konkrete Forderungen: Die sofortige Aufhebung der EU-Quote für ukrainische Agrarimporte, die Einführung von Zöllen auf ukrainisches Getreide und die Auszahlung ausstehender EU-Subventionen in Höhe von 300 Millionen Euro. „Die Regierung Ciolacu und die EU-Kommission unter Ursula von der Leyen zerstören mit ihrer Politik unsere Existenz“, sagte Popescu vor Journalisten. Der Vizepräsident von Pro Agro România, Ionel Munteanu, verwies auf einen Preisverfall bei Weizen um 40 Prozent seit 2023.
Hintergrund: EU-Beschlüsse und wiederkehrende Proteste
Die Blockade ist die bislang massivste Eskalation in einer Reihe von Protesten, die im Februar 2024 nach der Verlängerung der Handelserleichterungen für die Ukraine durch die EU begannen. Am 15. Dezember 2025 hatte der EU-Rat die Maßnahmen erneut um ein Jahr bis Juni 2027 verlängert. Rumänien, vertreten durch Premierminister Marcel Ciolacu, stimmte dem Beschluss zu. Bereits im März 2024 blockierten Bauern zeitweise den Grenzübergang Halmeu. Das Landwirtschaftsministerium in Bukarest bestätigte, dass die Einfuhren von ukrainischem Getreide nach Rumänien 2025 um 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen sind.
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