Pakistanische Polizei löst gewaltsam Proteste von Stahlarbeitern in Karatschi auf, 15 Verletzte

Pakistanische Polizei löst gewaltsam Proteste von Stahlarbeitern in Karatschi auf, 15 Verletzte

Am 20. Januar 2026 löste die Polizei in Karatschi eine Protestblockade von mehreren hundert entlassenen Stahlarbeitern mit Tränengas und Schlagstöcken auf. Nach Angaben der Menschenrechtskommission von Pakistan wurden mindestens 15 Demonstranten verletzt, darunter der Gewerkschaftsführer Latif Mughal.

Chronologie der Ereignisse

Gegen 10:30 Uhr Ortszeit blockierten etwa 500 ehemalige Arbeiter der Pakistan Steel Mills (PSM) den Hauptzufahrtsweg zum Werksgelände in Bin Qasim, Karatschi. Die Demonstranten, angeführt von Latif Mughal, Präsident der Pakistan Steel Mills Labour Union, forderten die Auszahlung ausstehender Löhne und Pensionen für die letzten 18 Monate. Um 13:15 Uhr rückten Einheiten der Sindh Police unter dem Kommando von SSP Korangi, Hassan Sardar, mit mehreren Fahrzeugen an. Nach einer kurzen Aufforderung zur Auflösung setzte die Polizei Tränengasgranaten ein und ging mit Schlagstöcken gegen die Menge vor. Die gewaltsame Räumung dauerte etwa 45 Minuten.

Hintergrund der Entlassungen

Die Pakistan Steel Mills, ein staatseigenes Unternehmen, entließ zwischen Juni und Dezember 2025 in mehreren Wellen insgesamt über 4.500 Arbeiter. Die Entlassungen erfolgten im Rahmen eines von der Regierung gebilligten „Rettungspakets“, das eine drastische Verkleinerung der Belegschaft vorsah, um das defizitäre Unternehmen für einen geplanten Verkauf an private Investoren attraktiver zu machen. Die ausstehenden Gehälter und Pensionen belaufen sich nach Gewerkschaftsangaben auf insgesamt rund 2,3 Milliarden Pakistanische Rupien (ca. 8,2 Millionen Euro). Ein ähnlicher Protest am 5. Dezember 2025 vor dem Chief Minister House in Karatschi war friedlich verlaufen, hatte aber zu keinen Zahlungen geführt.

Bildquelle: Pixabay