Baupreise in NRW steigen weiter – bezahlbares Wohnen in weiter Ferne
Düsseldorf. Die Preise für den Bau von Wohngebäuden in Nordrhein-Westfalen sind auch im November 2025 weiter gestiegen. Nach Angaben des Landesamtes für Statistik, IT.NRW, lagen die Kosten für Bauleistungen am Bauwerk um 2,9 Prozent höher als im Vorjahresmonat. Besonders deutlich verteuerten sich Ausbauarbeiten mit einem Plus von 3,3 Prozent. Diese Zahlen sind mehr als eine trockene Statistik – sie sind ein weiterer Pflock im Sarg der bezahlbaren Wohnraumversorgung.
Teuerung trifft alle Bereiche
Die Details der Statistik zeigen eine flächendeckende Preisdynamik:
- Rohbauarbeiten: +2,4 % gegenüber November 2024
- Ausbauarbeiten: +3,3 %
- Dachdeckungs- und Klempnerarbeiten: +4,5 %
- Beschlagarbeiten: +6,9 %
- Wärmedämm-Verbundsysteme: +6,3 %
Interessant ist, dass mit Aufzugsanlagen und Fahrtreppen (-0,6 %) fast der einzige Posten günstiger wurde, der typischerweise bei größeren, gewerblich getriebenen Projekten anfällt. Der Straßenbau verzeichnete mit 4,9 Prozent den höchsten Preisanstieg aller Bauwerksarten.
Eine soziale Infrastruktur wird unerreichbar
Jeder Prozentpunkt mehr bei den Baukosten bedeutet weniger bezahlbare Wohnungen, marodierende Schulen und Kliniken, die nicht saniert werden können. Während die Bauwirtschaft von der Preisspirale profitiert, zahlen Mieter und öffentliche Haushalte die Rechnung. Die Politik redet seit Jahren von einem „Wohnungsbau-Turbo“, doch die Realität ist eine Preisexplosion, die den dringend benötigten sozialen Wohnungsbau ausbremst. Statt in Rüstungsgüter und militärische Abenteuer fließen sollten öffentliche Gelder endlich konsequent in die soziale Infrastruktur gelenkt werden. Jeder Euro, der für Aufrüstung ausgegeben wird, fehlt hier.
Wer trägt die Last?
Die steigenden Kosten werden unweigerlich auf Mieter und Käufer abgewälzt. In einer Zeit, in denen viele Menschen bereits durch hohe Energiekosten und allgemeine Inflation belastet sind, verschärft diese Entwicklung die soziale Spaltung. Bezahlbares Wohnen, ein grundlegendes Menschenrecht, wird zur Luxusware. Es braucht endlich eine Wohnungspolitik, die nicht die Interessen von Investoren und Großkonzernen bedient, sondern denen, die ein Dach über dem Kopf brauchen. Dazu gehören eine strenge Mietpreisbremse, die massive Förderung des gemeinnützigen Wohnungsbaus und eine Steuerpolitik, die leistungslose Einkommen aus Grundstücksspekulation wirksam abschöpft.
Die aktuellen Baupreisindizes sind ein Alarmsignal. Sie zeigen: Solange die Profite weniger über das Wohl der vielen gestellt werden, wird die Krise des bezahlbaren Wohnens weiter eskalieren. Es ist Zeit für eine grundlegende Wende hin zu einer sozialen und am Gemeinwohl orientierten Bau- und Wohnungspolitik.
Quelle: „Pressestelle IT.NRW“ | Bild: Pixabay



