Mittelstand in der Zwickmühle: Zwischen sinkenden Umsätzen und steigenden Kosten
Die deutsche Wirtschaft befindet sich weiterhin in einer schwierigen Lage, besonders der Mittelstand spürt die Auswirkungen. Aktuelle Daten zeigen, dass die Umsätze im November im Vergleich zum Vorjahr um 1,6 Prozent gesunken sind. Dieser Wert entspricht dem niedrigsten Stand seit Juni, was Zweifel an einer schnellen konjunkturellen Erholung aufkommen lässt. Robert Mayr, Vorstandsvorsitzender der Datev-Genossenschaft, bezeichnete 2025 als ein „verlorenes Jahr“ für den Mittelstand.
Besonders betroffen sind kleine und kleinste Unternehmen, die unter der anhaltenden Kaufzurückhaltung, steigenden Kosten und dem strukturellen Wandel leiden. Mit dem Rückgang der Umsätze korreliert auch die Entwicklung der Beschäftigung: Der entsprechende Datev-Teilindex sank saisonbereinigt um 0,4 Prozent gegenüber dem Vormonat.
Der Großhandel sieht die Gründe für die beunruhigende Situation in der hohen Bürokratie und der schleppenden Digitalisierung der Verwaltung. Der Präsident des Bundesverbandes Groß- und Außenhandel (BGA), Dr. Dirk Jandura, fordert, dass die Politik die Themen Arbeitskosten, Steuerreformen und Bürokratieabbau priorisieren muss, um den Standort Deutschland zu stärken und die Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen.
DAX zeigt sich stabil – trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten
Trotz der schwierigen Lage im Mittelstand zeigt sich der DAX stabil. Der DAX umfasst die 40 größten deutschen Unternehmen am Aktienmarkt. SAP SE verzeichnete einen Zuwachs von 4,26 %, Siemens Energy legte um 3,09 % zu, und Rheinmetall konnte ein Plus von 2,21 % verbuchen. Andererseits gab es auch Verlierer im DAX: Adidas verlor 5,71 %, Allianz 1,65 % und die Deutsche Bank 1,54 %.
Experten warnen jedoch vor zu großem Optimismus. Prof. Bernd Meer, Chefstratege, erwartet zwar eine Fortsetzung des Bullenmarktes, aber mit geringeren Gewinnen und höherer Volatilität. Anleger sollten daher auf Diversifikation und Sachwerte setzen.
Arbeitsmarkt unter Druck – was bedeutet das für Arbeitnehmer?
Die Konjunkturschwäche macht sich zunehmend auf dem deutschen Arbeitsmarkt bemerkbar. Die Arbeitslosenquote ist im vergangenen Jahr auf 6 % gestiegen, die Zahl der Erwerbslosen auf knapp 2,8 Millionen.
Die Diakonie Deutschland mahnt angesichts der Diskussionen um schärfere Sanktionen für Bürgergeld-Empfänger zur Sachlichkeit. Ihr Präsident, Rüdiger Schuch, betont, dass die Mehrheit der Leistungsberechtigten ernsthaft um Arbeit bemüht ist oder sich in schwierigen Lebenssituationen befindet. Statt pauschaler Verurteilungen fordert die Diakonie professionelle Unterstützung und eine ehrliche Gerechtigkeitsdebatte, die auch Steuerbetrug in den Blick nimmt.
Es bleibt abzuwarten, wie sich die wirtschaftliche Lage in den kommenden Monaten entwickeln wird. Klar ist jedoch, dass der Mittelstand als Rückgrat der deutschen Wirtschaft dringend Unterstützung benötigt, um nicht weiter unter Druck zu geraten.
Bildquelle: KI-generiert – Dieser Beitrag wurde erstellt von Wirtschaftsredaktion



