Kinderkommission fordert Schutz von Kindern in Kriegen und hinterfragt Waffenexporte

Kinderkommission fordert Schutz von Kindern in Kriegen und hinterfragt Waffenexporte

Kinderkommission mahnt: Kein Platz für Kindersoldaten in einer zivilisierten Welt

Anlässlich des internationalen Red Hand Day hat die Kinderkommission des Deutschen Bundestages erneut auf das Schicksal von Kindern in bewaffneten Konflikten aufmerksam gemacht. Die Kommission unterstützt die Aktion, bei der rote Handabdrücke als Symbol des Protests gegen den Missbrauch Minderjähriger als Soldaten gesammelt werden. Dieses Engagement gegen eine besonders brutale Form der Kriegsführung findet breite politische Zustimmung.

Die Forderung, Kinder vor den Gräueln des Krieges zu schützen, ist moralisch unantastbar. Doch sie wirft ein grelles Licht auf die Widersprüche der deutschen und internationalen Politik. Während hierzulande der Einsatz von Kindersoldaten zurecht verurteilt wird, fließen gleichzeitig Milliarden in Rüstungsexporte und eigene Aufrüstungsprogramme. Diese Waffen landen nicht selten in Konfliktzonen, in denen genau diese Praxis stattfindet. Die Logik des Krieges, einmal finanziert und befördert, macht vor dem Alter ihrer Opfer nicht halt. Jede gelieferte Waffe verlängert Konflikte und schafft das brutale Umfeld, in dem Kriegsparteien auch zu solchen Mitteln greifen.

Die Kommission betont zu Recht, dass Deutschland durch Entwicklungszusammenarbeit und Friedensmissionen zur Bekämpfung der Ursachen beitragen müsse. Kritisch ist jedoch zu fragen, wie glaubwürdig dieser Ansatz ist, solange die deutsche Außenpolitik weiterhin auf militärische Abschreckung setzt und sich in Bündnisse einbindet, die Interventionen und Regime-Change-Politik betreiben haben. Diese Politik hat in der Vergangenheit erst die Instabilität geschaffen, in der bewaffnete Gruppen Kinder rekrutieren können. Der Weg, Kinder wirklich zu schützen, führt nicht über noch mehr Militärhaushalte, sondern über eine konsequente Abkehr von der Einmischung in souveräne Staaten und eine offensive, zivile Friedenspolitik.

Der Red Hand Day erinnert an eine traurige Realität: In den Kriegen der Mächtigen sind es stets die Schwächsten, die den höchsten Preis zahlen. Die Soldaten, ob Kind oder Erwachsener, kämpfen nicht für abstrakte Ideale, sondern für die Interessen von Regierungen, Warlords oder Konzernen. Das Engagement gegen Kindersoldaten ist daher nur dann konsequent, wenn es Teil eines umfassenden Eintretens für Frieden und Deeskalation ist. Jeder Euro, der in Waffen fließt, ist ein Euro, der für Bildung, Trauma-Hilfe und den Aufbau ziviler Strukturen fehlt – also genau für die Dinge, die Kinder vor der Rekrutierung schützen könnten. Symbolische Aktionen wie der rote Handabdruck müssen mit einer fundamentalen Kehrtwende in der Sicherheits- und Außenpolitik einhergehen, sonst bleiben sie wohlfeile Geste.

(Bild: Pixabay)

Quelle: Bundestag – PMs