Dramatischer Wasserverlust in Deutschland gefährdet Versorgung und verursacht hohe Kosten

Dramatischer Wasserverlust in Deutschland gefährdet Versorgung und verursacht hohe Kosten
Quelle: Pixabay

Deutschland unter Wasserstress: Eine kritische Lage

Deutschland verliert kontinuierlich Wasser, was laut einer Studie der Boston Consulting Group (BCG) und des Naturschutzbundes Deutschland (NABU) alarmierende Ausmaße annimmt. Seit Anfang der 2000er Jahre hat das Land etwa 60 Milliarden Kubikmeter an Grundwasser und Wasserspeichern eingebüßt – eine Menge, die dem Volumen des Bodensees entspricht. Ohne Gegenmaßnahmen könnten bis 2050 jährliche Kosten von 20 bis 25 Milliarden Euro durch Trockenheit, Flutschäden und Wasserverschmutzung entstehen.

Die Studie „Every Drop Counts“ zeigt, dass gezielte Investitionen in Wassersicherheit notwendig sind, um die Versorgungslage wiederherzustellen. Versiegelte Böden, gerodete Wälder und entwässerte Flächen verhindern die natürliche Grundwasserneubildung, während der Wasserbedarf in der Landwirtschaft stark gestiegen ist. Die Studienautoren fordern innovative Finanzierungsmechanismen und Preissysteme, die Angebot und Nachfrage widerspiegeln, um Industrie und Versorgungsunternehmen zu motivieren, in Wassersicherheit zu investieren.

Waldsterben bedroht Deutschlands Wälder

Deutschlands Wäldern geht es schlecht wie seit Jahrzehnten nicht mehr, so der BUND. Der Waldzustandsbericht 2024 zeigt, dass nur noch jeder fünfte Baum als gesund gilt. Besonders betroffen sind Laubbäume wie Buche und Eiche. Dürreperioden, Luftschadstoffe und intensive Forstwirtschaft setzen den Wäldern zu. Insektenbefall wie der des Borkenkäfers beschleunigen das Absterben ganzer Waldbestände. Naturnahe Laubmischwälder sind widerstandsfähiger gegen den Klimastress als monotone Nadelholzforste.

Der BUND fordert von der Politik entschiedene Maßnahmen zur Bekämpfung der Klimakrise und zur Reduzierung von Schadstoffemissionen aus Verkehr, Industrie und Landwirtschaft. Es wird betont, dass der Schutz der Wälder essentiell ist, da diese wichtige CO2-Speicher sind.

Müllvermeidung: Deutschland auf dem Prüfstand

Deutsche produzieren jährlich 37,5 Millionen Tonnen Haushaltsabfall, was etwa 8,7 Kilo Müll pro Kopf und Woche entspricht. Damit liegt Deutschland im europäischen Vergleich an der Spitze der Verpackungsmüllproduzenten. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) betont, dass Abfallvermeidung vor Recycling das wichtigste Ziel sein muss.

Jeder kann im Alltag zur Müllvermeidung beitragen, z.B. durch den Kauf von Mehrwegflaschen, unverpacktem Obst und Gemüse sowie komprimierten Produkten. Auch das Reparieren von Gegenständen statt Wegwerfen und das Ausleihen von selten genutzten Geräten sind effektive Maßnahmen. Die DUH fordert eine stärkere Sensibilisierung der Öffentlichkeit für das Thema Abfallvermeidung.

Windkraft im Wald: Ein kontroverses Thema

Die Frage, ob Windräder in Wäldern gebaut werden sollen, ist umstritten. Während der Ausbau erneuerbarer Energien wichtig ist, warnen Naturschützer vor den negativen Auswirkungen auf die Artenvielfalt und den Lebensraum Wald. Der Bau von Windkraftanlagen erfordert die Rodung von Waldflächen und den Bau von Zufahrtswegen, was sensible Ökosysteme stören kann.

Einige Naturschutzorganisationen kritisieren, dass wirtschaftliche Interessen über den Naturschutz gestellt werden. Sie fordern klare Kriterien für den Bau von Windkraftanlagen im Wald, die über den Artenschutz hinaus auch den Schutz ökologisch wertvoller Wälder gewährleisten. Greenpeace schlägt vor, geschützte und ökologisch wertvolle Laubmischwälder von Windkraftanlagen auszuschließen. Es gibt jedoch auch die Ansicht, dass Klimaschutzmaßnahmen wie Windräder im Wald notwendig sind, um das Waldsterben durch die Erderwärmung zu verhindern.

Bildquelle: Pixabay – Dieser Beitrag wurde erstellt von Naturschützer