Deutsche Industrie zwischen Stagnation und US-Zolldrohungen

Deutsche Industrie zwischen Stagnation und US-Zolldrohungen
Quelle: KI-generiert

Industrie sucht Weg aus der Krise – BDI warnt vor neuen US-Zöllen

Die deutsche Industrie befindet sich seit Jahren in einer Stagnationsphase, doch es gibt Hoffnungssignale. Laut Peter Leibinger, Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), wird sich im Jahr 2026 entscheiden, ob die Basis für einen nachhaltigen Aufschwung gelegt werden kann. Die Aussichten bleiben jedoch verhalten, und der BDI rechnet mit einem schwächeren Wachstum der Industrie im Vergleich zur Gesamtwirtschaft.

Eine zusätzliche Belastung könnten neue US-Zölle darstellen. US-Präsident Trump droht mit Strafzöllen auf Waren aus Deutschland und anderen europäischen NATO-Ländern, um den Widerstand gegen einen Verkauf Grönlands an die USA zu brechen. Die EU berät über Gegenmaßnahmen, während die Bundesregierung eine Eskalation vermeiden will. Leibinger betonte, dass neue US-Zölle das Wirtschaftswachstum in Deutschland erheblich beeinträchtigen könnten.

Besonders schwierig ist die Lage in der Stahlindustrie. Der BDI fordert, dass die Regierung Wettbewerbsfähigkeit, Wachstum und Arbeitsplätze in den Mittelpunkt der Politik stellt. Die deutsche Industrie sieht sich mit hohen Kosten, Bürokratie und Unsicherheit konfrontiert.

Handwerk trotzt Fachkräftemangel mit Ausbildungsoffensive

Das deutsche Handwerk bleibt ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Im Jahr 2024 erreichte der Umsatz im Handwerk rund 770,7 Milliarden Euro. Aktuell sind über 1 Million Betriebe in die Handwerksrollen eingetragen, in denen rund 5,6 Millionen Menschen arbeiten, darunter etwa 342.000 Auszubildende.

Trotz des Fachkräftemangels investiert das Handwerk in die Ausbildung. In Nordrhein-Westfalen gibt es ab Februar ein kostenfreies Deutschlandticket für Auszubildende im Elektrohandwerk, ein Projekt, das bundesweit einzigartig ist.

Cyberangriffe stellen eine zunehmende Bedrohung für Handwerksbetriebe dar. Kleine und mittlere Unternehmen haben zudem Schwierigkeiten, Kredite zu erhalten.

Inflation sinkt leicht – Energiepreise geben nach

Die Inflation in Deutschland ist im Dezember auf 1,8 Prozent gesunken, den niedrigsten Stand seit über einem Jahr. Günstigere Energie und billigere Lebensmittel haben den Preisanstieg gebremst. Im Gesamtjahr 2025 betrug die Inflationsrate durchschnittlich 2,2 Prozent. Für 2026 prognostiziert das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) einen weiteren Rückgang auf 1,8 Prozent.

Verbraucher profitieren vom Wegfall der Gasumlage und geringeren Netzentgelten. Preistreiber bleiben jedoch Dienstleistungen, die sich erneut um 3,5 Prozent verteuert haben.

Die Strompreise für Neukunden sind deutlich gesunken und liegen im Januar 2026 bei durchschnittlich 23,31 Cent pro kWh. Dies ist ein Rückgang von fast 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Arbeitsmarkt zeigt sich robust – Fachkräftemangel bleibt bestehen

Der deutsche Arbeitsmarkt zeigt sich trotz Konjunkturschwäche robust. Im Dezember 2024 lag die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten mit 34,97 Millionen nahezu auf ihrem historischen Höchststand. Die Arbeitslosigkeit ist im Jahresdurchschnitt 2025 jedoch gestiegen.

Der Fachkräftemangel bleibt ein Problem. Kurzfristig ist mit einem leichten Anstieg der Arbeitslosigkeit zu rechnen, langfristig dürfte jedoch der demografisch bedingte Rückgang des Arbeitskräftepotenzials stärker ins Gewicht fallen.

DAX pendelt um die 24.800 Punkte

Der DAX bewegt sich aktuell um die Marke von 24.800 Punkten. J.P. Indikation lag heute bei 24.867,43 Punkten.

Mittelstand kämpft mit Herausforderungen

Der Mittelstand ist ein zentraler Pfeiler der deutschen Wirtschaft. Allerdings setzt die schwierige wirtschaftliche Situation dem Mittelstand zu. Maßnahmen der Regierung erreichen den Mittelstand kaum.

Die schwache Inlandsnachfrage, hohe Energie- und Rohstoffpreise, steigende Lohnkosten, geopolitische Risiken und wachsende regulatorische Anforderungen belasten den Mittelstand massiv. Viele Unternehmen agieren angesichts der unsicheren Wirtschaftslage zurückhaltend.

Bildquelle: KI-generiert – Dieser Beitrag wurde erstellt von Wirtschaftsredaktion