Mindestens 19 Tote bei Erdrutsch nach Starkregen in West-Java

Mindestens 19 Tote bei Erdrutsch nach Starkregen in West-Java

Bei einem massiven Erdrutsch in der Region Cianjur, West-Java, sind am Samstag, dem 11. Januar 2026, mindestens 19 Menschen ums Leben gekommen. Die Schlamm- und Gerölllawine traf gegen 03:00 Uhr Ortszeit das Dorf Cijedil im Subdistrikt Cugenang und begrub mehrere Häuser unter sich.

Chronologie der Rettungsarbeiten

Die Nationale Katastrophenschutzbehörde (BNPB) meldete am 12. Januar, dass 19 Leichen geborgen wurden. Laut dem Sprecher der BNPB, Abdul Muhari, werden noch mindestens sieben weitere Personen vermisst. Über 330 Rettungskräfte, darunter Angehörige der Armee, der Polizei und der SAR (Search and Rescue), sind im Einsatz. Die Suche wurde am Abend des 11. Januar aufgrund von anhaltendem Regen und der Gefahr weiterer Erdrutsche unterbrochen und am Morgen des 12. Januar wieder aufgenommen.

Betroffene und Hintergrund

Der Erdrutsch traf die Bewohner der Weiler Cijedil und Ciputri. Augenzeuge Asep Suherman (42) berichtete der Nachrichtenagentur Antara, er habe ein lautes, donnerndes Geräusch gehört, bevor der Schlamm sein Haus traf. Die Region Cianjur wurde im November 2022 von einem verheerenden Erdbeben der Stärke 5,6 heimgesucht, bei dem über 300 Menschen starben. Die anhaltenden starken Regenfälle der letzten Woche haben die Hänge in dem bergigen Gebiet destabilisiert. Laut dem Meteorologischen Dienst BMKG fielen in Cianjur in den letzten drei Tagen über 250 Millimeter Regen.

Strukturelle Ursachen und Reaktion

Die indonesische Umweltorganisation Walhi (Wahana Lingkungan Hidup Indonesia) verweist auf die fortschreitende Entwaldung in der Region als einen wesentlichen Faktor für die erhöhte Erdrutschgefahr. Daten des Umweltministeriums zeigen, dass die Waldfläche in West-Java zwischen 2020 und 2024 um weitere 1,2 Prozent abgenommen hat. Der Regent von Cianjur, Herman Suherman, ordnete die Evakuierung von Bewohnern in weiteren als gefährdet eingestuften Gebieten an. Die Regierung stellt vorläufige Hilfsmittel in Höhe von 5 Milliarden Rupiah (ca. 280.000 Euro) für die Opfer und die Wiederherstellung der Infrastruktur bereit.

Bildquelle: Pixabay