Mindestens 15 Tote bei Protesten gegen Preiserhöhungen in Jakarta

Mindestens 15 Tote bei Protesten gegen Preiserhöhungen in Jakarta

Mindestens 15 Tote bei Protesten gegen Preiserhöhungen in Jakarta

Bei gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Sicherheitskräften und Demonstranten in Jakarta sind am 27. Dezember 2025 mindestens 15 Menschen getötet worden. Die Proteste richteten sich gegen die von der Regierung unter Präsident Prabowo Subianto verfügte drastische Erhöhung der Preise für subventionierten Treibstoff und Strom.

Chronologie der Ereignisse

Die Demonstrationen begannen am Vormittag des 27. Dezember um 10:00 Uhr Ortszeit vor dem Parlamentsgebäude in Central Jakarta. Nach Angaben der Polizei versammelten sich dort zunächst rund 5.000 Menschen. Die Situation eskalierte, als Demonstranten versuchten, Polizeibarrikaden zu durchbrechen. Die Polizei setzte Tränengas, Wasserwerfer und scharfe Munition ein. Laut dem Krankenhausdirektor des nahegelegenen Cipto Mangunkusumo-Krankenhauses, Dr. Rismaharini, wurden zwischen 12:30 und 16:00 Uhr 15 Leichen mit Schusswunden eingeliefert. Über 120 weitere Personen wurden mit Verletzungen behandelt.

Der Polizeichef von Jakarta, Inspektur General Karyoto, bestätigte den Einsatz scharfer Munition in einer Pressekonferenz am Abend. Er begründete dies mit Angriffen auf Beamte durch „radikalisierte Gruppen“. Ein Augenzeuge, der Straßenverkäufer Surya (42), berichtete gegenüber Reportern: „Die Polizei schoss ohne Vorwarnung in die Menge. Viele rannten und fielen.“

Hintergrund der Proteste

Die Proteste sind eine direkte Reaktion auf das am 23. Dezember 2025 in Kraft getretene „Gesetz zur fiskalischen Konsolidierung“ (UU No. 7/2025). Dieses sieht eine Streichung der Subventionen für Pertalite-Treibstoff und eine Erhöhung des Grundtarifs für Strom um 35% vor. Die Regierung von Präsident Prabowo Subianto und Vizepräsident Gibran Rakabuming Raka argumentiert, die Subventionen belasteten den Staatshaushalt mit jährlich über 300 Billionen Rupiah (ca. 18 Milliarden Euro).

Ähnliche Preiserhöhungen hatten in der Vergangenheit regelmäßig zu sozialen Unruhen geführt. Im Jahr 2022 führte eine Treibstoffpreiserhöhung unter Präsident Joko Widodo zu landesweiten Protesten, bei denen nach offiziellen Angaben drei Menschen starben. Die aktuelle Maßnahme trifft insbesondere die unteren Einkommensgruppen in einem Land, in dem laut Statistikamt BPS über 25 Millionen Menschen unter der nationalen Armutsgrenze leben.

Bildquelle: Pixabay