Bei einem Selbstmordanschlag auf eine schiitische Moschee im Westen Kabuls wurden am 28. Dezember 2025 mindestens 15 Menschen getötet und 24 weitere verletzt. Die Terrormiliz Islamischer Staat in Chorasan (ISKP) bekannte sich zu dem Angriff während des Abendgebets.
Chronologie des Anschlags
Der Angriff ereignete sich um 18:45 Uhr Ortszeit in der Imam Zaman-Moschee im Stadtteil Dasht-e Barchi. Ein Selbstmordattentäter detonierte seinen Sprenggürtel im Innenhof der Moschee, als sich Gläubige zum Maghrib-Gebet versammelt hatten. Das Innenministerium der Taliban-Regierung bestätigte am 29. Dezember die Zahl von 15 Toten und 24 Verletzten. Unter den Opfern befand sich der 52-jährige Muezzin der Moschee, Abdul Qadir Mohammadi.
Beteiligte und Verantwortung
Die Terrormiliz Islamischer Staat in Chorasan (ISKP) veröffentlichte über ihre Propagandakanäle am 29. Dezember eine Erklärung, in der sie die Verantwortung für den Anschlag übernahm. Ein Sprecher des Innenministeriums, Abdul Mateen Qani, bestätigte gegenüber Journalisten die ISKP-Verantwortung. Qani nannte den Anschlag einen „Akt der Feigheit gegen unschuldige Zivilisten“.
Hintergrund der Gewalt
Dasht-e Barchi ist ein überwiegend von schiitischen Hazara bewohnter Stadtteil und war in der Vergangenheit wiederholt Ziel von ISKP-Anschlägen. Der ISKP, eine sunnitisch-extremistische Gruppierung, betrachtet Schiiten als Abtrünnige. Am 30. September 2023 hatte ein ähnlicher Angriff auf eine Bildungsstätte im selben Viertel über 50 Tote gefordert. Die Taliban-Regierung, die seit August 2021 an der Macht ist, hat wiederholt versichert, die Sicherheit im Land gewährleisten zu können, sieht sich aber weiterhin mit Aufständen des ISKP konfrontiert.
Bildquelle: Pixabay



