Südafrika: Eskom-Chef Dan Marokane tritt nach nur neun Monaten im Amt zurück

Südafrika: Eskom-Chef Dan Marokane tritt nach nur neun Monaten im Amt zurück

Führungswechsel bei Staatskonzern Eskom

Dan Marokane, der Chief Executive Officer (CEO) des südafrikanischen Stromversorgers Eskom, hat am 27. Dezember 2025 seinen Rücktritt erklärt. Der Vorstand des staatlichen Energieunternehmens mit Sitz in Megawatt Park, Sunninghill, Johannesburg, nahm die Kündigung mit sofortiger Wirkung an. Marokane hatte die Position erst am 1. April 2025 übernommen.

Chronologie der Ereignisse

Die Eskom-Vorstandsvorsitzende Mteto Nyati bestätigte den Rücktritt am 30. Dezember 2025 in einer offiziellen Mitteilung. Demnach reichte Marokane sein Rücktrittsschreiben am 27. Dezember ein. Der Vorstand ernannte daraufhin den Chief Operating Officer (COO), Calib Cassim, zum interimistischen CEO. Cassim, der bereits von Januar 2023 bis März 2024 als Interims-CEO fungierte, übernimmt die Leitung erneut. Der Eskom-Vorstand kündigte an, umgehend einen Nachfolgeprozess einzuleiten.

Hintergrund: Eskom in der Dauerkrise

Marokane trat sein Amt inmitten einer anhaltenden Stromkrise an. Südafrika leidet seit Jahren unter planmäßigen Stromabschaltungen, sogenanntem Loadshedding, die die Wirtschaft belasten. Im Jahr 2023 verzeichnete das Land einen Rekord von 335 Tagen mit Stromausfällen. Eskom, das über 90 % des Stroms in Südafrika erzeugt, kämpft mit einer veralteten Infrastruktur, technischen Problemen in seinen Kohlekraftwerken und einer Schuldenlast von über 400 Milliarden Rand (ca. 21 Milliarden Euro). Marokane war der vierte permanente CEO des Konzerns innerhalb von fünf Jahren. Sein Vorgänger, André de Ruyter, trat im Februar 2023 nach nur drei Jahren im Amt zurück und machte öffentlich Sabotage und Korruption innerhalb des Unternehmens für die anhaltenden Probleme verantwortlich.

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