Nigerische Armee tötet 79 mutmaßliche Terroristen bei Luftangriffen in Tillabéri

Nigerische Armee tötet 79 mutmaßliche Terroristen bei Luftangriffen in Tillabéri

Die nigrische Armee hat am 30. Dezember 2025 bei Luftangriffen im Südwesten des Landes 79 mutmaßliche Terroristen getötet. Die Operation fand in der Region Tillabéri nahe der Grenze zu Mali statt, wie das Verteidigungsministerium in Niamey am 2. Januar 2026 mitteilte.

Chronologie der Militäroperation

Am 30. Dezember 2025 um 14:30 Uhr Ortszeit starteten Luftstreitkräfte der Forces Armées Nigériennes (FAN) Angriffe auf zwei Stellungen bewaffneter Gruppen. Die erste Position befand sich im Gebiet von Téra, etwa 180 Kilometer westlich der Hauptstadt Niamey. Die zweite wurde in der Nähe der Stadt Bankilaré, circa 250 Kilometer nordwestlich von Niamey, ausgemacht. Laut dem Sprecher des Verteidigungsministeriums, Oberstleutnant Abdoul Aziz Sidi, wurden bei den Angriffen 79 Kämpfer „neutralisiert“. Zudem zerstörten die Streitkräfte sechs Motorräder und zwei Fahrzeuge, die von den Gruppen genutzt wurden.

Hintergrund der Eskalation

Die Region Tillabéri ist seit Jahren Schauplatz von Aktivitäten mehrerer dschihadistischer Gruppierungen, darunter der Islamische Staat in der Großsahara (ISGS) und Al-Qaida im Islamischen Maghreb (AQIM). Die Operation folgte auf einen tödlichen Angriff auf eine Militärpatrouille am 27. Dezember 2025 bei Tabareybarey, bei dem sieben nigrische Soldaten getötet und drei weitere verletzt wurden. Die Regierung unter der Führung von Übergangspräsident General Abdourahamane Tiani hat seit der Machtübernahme im Juli 2023 eine härtere Linie im Kampf gegen den Terrorismus angekündigt. Diese Politik beinhaltet auch die Kündigung militärischer Kooperationsabkommen mit ehemaligen Partnern wie den USA und Frankreich im Jahr 2024.

Reaktionen und Folgen

Einwohner der betroffenen Dörfer berichteten indirekt über schwere Explosionen und anhaltende Flugzeuggeräusche am Nachmittag des 30. Dezembers. Lokale Behörden rieten der Zivilbevölkerung in den Gebieten um Téra und Bankilaré, die unmittelaren Operationszonen zu meiden. Die Kommuniqué des Verteidigungsministeriums betont, dass es sich um eine präzise Operation gegen klar identifizierte terroristische Ziele gehandelt habe. Unabhängige Verifikation der Opferzahlen durch internationale Organisationen oder Journalisten vor Ort ist in der abgesperrten Region derzeit nicht möglich.

Bildquelle: Pixabay