Angriff auf Vertriebene in Kanyaruchinya
Bei einem Angriff auf das Flüchtlingslager Kanyaruchinya in der Provinz Nord-Kivu wurden am 20. Dezember 2025 mindestens 15 Zivilisten getötet und 27 weitere verletzt. Das Lager, etwa 10 Kilometer nördlich der Provinzhauptstadt Goma gelegen, beherbergt schätzungsweise 50.000 Binnenvertriebene.
Chronologie des Angriffs
Der Angriff erfolgte gegen 21:00 Uhr Ortszeit. Augenzeugen, darunter der Lagerkoordinator Jean-Baptiste Musabyimana, berichteten von schwerem Artilleriebeschuss und anschließenden Bodenkämpfen innerhalb des Lagers. Die kongolesische Armee (FARDC) gab eine Stellungnahme ab, in der sie die bewaffnete Gruppe M23 für den Angriff verantwortlich machte. Ein Sprecher der M23, Lawrence Kanyuka, wies die Vorwürfe am 21. Dezember gegenüber Reuters zurück und beschuldigte seinerseits die FARDC und verbündete Milizen, das Lager angegriffen zu haben.
Humanitäre Krise und Hintergrund
Das Lager Kanyaruchinya ist eines von über 50 Lagern für Binnenvertriebene in der Region um Goma. Die Provinz Nord-Kivu ist seit Jahrzehnten Schauplatz bewaffneter Konflikte. Die M23-Rebellengruppe, die sich 2012 formierte, kontrolliert seit ihrer Wiederaufnahme der Kämpfe im November 2021 weite Teile der Provinz. Am 17. Dezember 2025 hatte die kongolesische Regierung in Kinshasa ein neues Militärabkommen mit dem Nachbarland Ruanda unterzeichnet, das eine verstärkte gemeinsame Grenzsicherung vorsieht. Die kongolesische Regierung wirft Ruanda seit langem vor, die M23 zu unterstützen, was Ruanda stets bestreitet.
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