Bei einem Brand in einer illegalen Textilfabrik im informellen Stadtteil Ezbet El-Haggana im Osten Kairos sind am 19. Januar 2026 mindestens 17 Menschen ums Leben gekommen. Die ägyptische Staatsanwaltschaft bestätigte am 20. Januar, dass 16 Arbeiter und der Fabrikbesitzer, ein Mann namens Ahmed M., in den Flammen starben.
Chronologie des Unglücks
Der Brand brach laut Angaben der Feuerwehrbehörde am Sonntag, dem 19. Januar, gegen 03:30 Uhr Ortszeit in einem mehrstöckigen Gebäude in der El-Salam Nachbarschaft von Ezbet El-Haggana aus. Die Fabrik befand sich im Erdgeschoss, während die oberen Stockwerke als Wohnungen genutzt wurden. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums wurden neben den 17 Toten mindestens 3 weitere Personen mit Rauchvergiftungen und Verbrennungen in das Demerdash-Krankenhaus eingeliefert. Ein Augenzeuge, der Nachbar Mohamed Ali, berichtete lokalen Medien, die Flammen hätten sich „blitzschnell“ ausgebreitet und die Arbeiter seien in der Nachtschicht eingeschlossen gewesen.
Ermittlungen und Hintergrund
Die Staatsanwaltschaft leitete eine Untersuchung ein und ordnete die vorläufige Festnahme von drei Mitarbeitern der Fabrik an. Erste Ermittlungen deuten auf einen elektrischen Kurzschluss als Ursache hin. Die Behörden stellten fest, dass die Fabrik ohne die notwendigen Genehmigungen des Ministeriums für Industrie und Handel sowie des Zivilschutzes betrieben wurde. Sie verfügte weder über Notausgänge noch über funktionierende Feuerlöscher. Ezbet El-Haggana ist einer der größten informellen Siedlungen Kairos mit schätzungsweise über 500.000 Einwohnern und bekannt für dichte Bebauung und unregulierte Gewerbe.
Wiederkehrendes Problem ungesicherter Arbeitsstätten
Der Vorfall ist der schwerste Fabrikbrand in Ägypten seit dem Feuer in einer Möbelfabrik in Gizeh im August 2022, bei dem 20 Menschen starben. Bereits im November 2021 kamen bei einem Brand in einer Bekleidungsfabrik in Kairo 25 Menschen ums Leben. Das ägyptische Arbeitsgesetz (Gesetz Nr. 12 von 2003) schreibt strikte Sicherheitsvorkehrungen vor, die in informellen Betrieben jedoch häufig ignoriert werden. Laut einer Studie des Central Agency for Public Mobilization and Statistics (CAPMAS) aus dem Jahr 2024 arbeiten schätzungsweise 40% der ägyptischen Arbeitskräfte im informellen Sektor, oft unter prekären Bedingungen.
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