Regierungsumbildung in Ouagadougou
Der Übergangspräsident von Burkina Faso, Kapitän Ibrahim Traoré, hat am 9. Januar 2026 Verteidigungsminister Kassoum Coulibaly von seinen Pflichten entbunden. Das Dekret zur Entlassung wurde vom Sekretariat des Präsidenten in der Hauptstadt Ouagadougou veröffentlicht. Coulibalys Nachfolger wurde noch nicht benannt.
Hintergrund der Entlassung
Die Entlassung erfolgte einen Tag nach einem schweren Angriff auf eine Armeeposition in der Region Centre-Nord. Bei dem Angriff am 8. Januar 2026 in der Nähe der Stadt Barsalogho wurden nach Angaben lokaler Sicherheitsquellen mindestens 40 Soldaten getötet. Die Regierung bestätigte den Vorfall, nannte jedoch zunächst keine Opferzahlen. Die Attacke wird bewaffneten Gruppen zugeschrieben, die in der Sahelzone aktiv sind.
Frühere Vorfälle und Sicherheitslage
Kassoum Coulibaly war seit der Machtübernahme von Kapitän Ibrahim Traoré durch einen Putsch am 30. September 2022 im Amt. Die Sicherheitslage in Burkina Faso hat sich unter Traorés Führung weiter verschlechtert. Laut einem Bericht der Vereinten Nationen vom November 2025 sind über 2 Millionen Menschen im Land aufgrund der Gewalt intern vertrieben. Im Dezember 2025 kamen bei einem ähnlichen Angriff auf ein Militärlager in Natiaboani, Ostregion, mindestens 35 Soldaten ums Leben.
Politische Reaktionen und nächste Schritte
Die Regierung kündigte nach dem Angriff vom 8. Januar eine „tiefgreifende Untersuchung“ an. Ein Regierungssprecher erklärte, die Entlassung Coulibalys sei Teil einer „strategischen Neuausrichtung“ im Kampf gegen den Terrorismus. Die Übergangsregierung unter Traoré hatte zuletzt die Zusammenarbeit mit internationalen Partnern wie Frankreich beendet und stattdessen die militärische Kooperation mit Russland vertieft. Ein neuer Verteidigungsminister soll in Kürze ernannt werden.
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