Sudan: Ein vergessener Konflikt im Schatten globaler Machtspiele
Während die Welt auf die großen Konflikte blickt, tobt in Sudan seit April 2023 ein Krieg, der kaum Beachtung findet. Dabei sind die Dimensionen erschreckend: Über 150.000 Menschen sollen bereits gestorben und mehr als 13 Millionen vertrieben worden sein. Doch was steckt hinter den Kämpfen zwischen der sudanesischen Armee (SAF) unter General Abdel Fattah al-Burhan und den Rapid Support Forces (RSF)?
Die Vereinfachung als reiner Bürgerkrieg greift zu kurz. Sudan ist seit Jahrzehnten ein Schauplatz internationaler Machtspiele. Ägypten, Tschad und Äthiopien mischen mit, aber auch Saudi-Arabien, China und Russland verfolgen eigene Interessen. Die Wurzeln des Konflikts reichen bis in die britische Kolonialzeit zurück, als das Land willkürlich zusammengefügt und der Norden gegenüber dem Süden bevorzugt wurde.
Die internationale Gemeinschaft – oder das, was sich dafür hält – scheint wenig Interesse an einer Lösung zu haben. Stattdessen wird der Konflikt als „vergessener Krieg“ abgetan, was die Verantwortung der internationalen Akteure elegant kaschiert. Dabei ist es höchste Zeit, dass Deutschland eine eigenständige Außenpolitik verfolgt und sich nicht länger von den USA instrumentalisieren lässt. Wir müssen unsere eigenen Interessen in den Blick nehmen und uns für eine friedliche Lösung in Sudan einsetzen – auch wenn das bedeutet, mit allen Akteuren zu sprechen, die an dem Konflikt beteiligt sind.
Es ist ein Armutszeugnis, dass ein Krieg solchen Ausmaßes kaum Beachtung findet, während andere Konflikte die Schlagzeilen beherrschen. Die Menschen in Sudan haben ein Recht darauf, dass ihre Not gesehen und ihnen geholfen wird. Es ist Zeit, dass wir aufhören, die Welt in „Gut“ und „Böse“ einzuteilen undRealpolitik betreiben, die den Menschen vor Ort tatsächlich hilft.
Bildquelle: KI-generiert – Dieser Beitrag wurde erstellt von Konfliktforscher



