Prognosemärkte für Geopolitik: Ukraine-Krieg im Fokus, Handelsvolumen steigt rasant

Prognosemärkte für Geopolitik: Ukraine-Krieg im Fokus, Handelsvolumen steigt rasant
Quelle: KI-generiert

Auf den großen Prognosemärkten, insbesondere solchen, die sich auf Kryptowährungen stützen, wird weiterhin auf eine Vielzahl geopolitischer Ereignisse gewettet. Diese Märkte, wie Polymarket, ermöglichen es Nutzern, auf reale Ergebnisse zu wetten, wobei die Preise die aggregierten Erwartungen der Händler widerspiegeln. Das Handelsvolumen auf Prognosemärkten ist sprunghaft angestiegen und hat sich von weniger als 100 Millionen Dollar Anfang 2024 auf über 13 Milliarden Dollar bis Ende 2025 erhöht.

Ukraine-Krieg

Der Krieg in der Ukraine ist weiterhin ein Schwerpunktthema auf den Prognosemärkten. Im November 2025 gab es auf Polymarket etwa 100 aktive Wetten auf den russisch-ukrainischen Krieg, beispielsweise darauf, ob die Russen bis Ende des Jahres Pokrowsk einnehmen würden oder wann es zu einem Waffenstillstand kommen würde.

Eines der größten Wettangebote ist die Frage, ob Kiew und Moskau bis Ende des Jahres einen Waffenstillstand erreichen werden. Dieser Markt hat ein Handelsvolumen von über 60 Millionen Dollar angezogen, wobei die Händler dem Ausgang derzeit eine Wahrscheinlichkeit von etwa einem Prozent zuweisen. Es gibt auch Wetten darauf, ob Russland bis Ende 2026 die ukrainische Stadt Kostjantyniwka einnehmen wird, wobei die Wahrscheinlichkeit dafür bei 76 % liegt. Ebenso gibt es Wetten auf die Einnahme von Pokrows’ka (80 % Wahrscheinlichkeit bis Ende des Jahres) und Myrnograd (91 % Wahrscheinlichkeit bis Ende des Jahres). Ein Markt prognostiziert eine 19-prozentige Chance, dass die Ukraine den Krieg gegen Russland gewinnt. Ein anderer Markt schätzt die Wahrscheinlichkeit eines Waffenstillstands zwischen Russland und der Ukraine bis Ende 2026 auf 40%.

Israel-Gaza-Konflikt

Auch der Konflikt zwischen Israel und Gaza zieht erhebliche Aufmerksamkeit auf sich. Auf Polymarket gibt es eine Vielzahl von Wettangeboten, darunter die Frage, ob Israel Gaza angreifen wird. Die Märkte zeigen eine hohe Volatilität und schnelle Veränderungen in den Einschätzungen der Wahrscheinlichkeiten verschiedener Ereignisse.

So gab es beispielsweise Wetten darauf, ob Israel bis zum 22. Dezember einen Angriff auf Gaza startet, wobei die Quote für „Ja“ bei 0,3 Cent und für „Nein“ bei 99,9 Cent lag. Für den 25. Dezember stiegen die Quoten für „Ja“ auf 55 Cent, während „Nein“ bei 48 Cent lag, was auf eine erhöhte Erwartung eines Angriffs hindeutet. Ein anderer Markt befasst sich mit der Frage, ob Israel seine Truppen bis Ende 2025 aus Gaza abziehen wird. Darüber hinaus gibt es Märkte, die sich mit der Möglichkeit auseinandersetzen, dass Israel den Libanon angreift.

Globale wirtschaftliche und politische Spannungen

Neben den genannten Konflikten spiegeln die Prognosemärkte auch breitere globale wirtschaftliche und politische Spannungen wider. Dazu gehören Wetten auf mögliche militärische Aktionen der USA gegen den Iran, die Normalisierung der Beziehungen zwischen Israel und anderen Ländern sowie die Wahrscheinlichkeit des Sturzes des iranischen Regimes.

Die Märkte geben auch Einblicke in die Erwartungen hinsichtlich der Entwicklung der Weltwirtschaft. Es gibt beispielsweise Vorhersagen über ausländische Direktinvestitionen (FDI) im Jahr 2026, die durch geopolitische Spannungen, den Hochtechnologiesektor und Schwellenländer beeinflusst werden. Es wird erwartet, dass die Zölle als neues Normalmaß gelten werden. Es wird erwartet, dass China sich auf Exporte und das verarbeitende Gewerbe konzentrieren wird, was globale Spannungen verursachen könnte.

Interpretation der Quotenveränderungen

Die Quotenveränderungen auf den Prognosemärkten deuten darauf hin, dass die Anleger eine erhöhte Volatilität und Unsicherheit in Bezug auf geopolitische Ereignisse erwarten. Die erhöhten Wetten auf militärische Aktionen und Konflikte deuten auf eine Erwartung weiterer Eskalationen hin. Andererseits spiegeln Wetten auf Waffenstillstände und Normalisierungen der Beziehungen die Hoffnung auf eine mögliche Entspannung wider, auch wenn die Wahrscheinlichkeiten oft gering sind.

Es ist wichtig zu beachten, dass diese Märkte nicht unumstritten sind. Es gibt Bedenken hinsichtlich Insiderhandels und Manipulation, was zu regulatorischen Maßnahmen in einigen Gerichtsbarkeiten geführt hat. Dennoch werden Prognosemärkte zunehmend als ein legitimes Instrument zur Erstellung von Echtzeitprognosen und zur Aggregation von Informationen genutzt.

Bildquelle: KI-generiert – Dieser Beitrag wurde erstellt von Wettberater