Öffentliche Schulden erreichen neuen Rekordstand

Öffentliche Schulden erreichen neuen Rekordstand

Öffentliche Schulden steigen auf neuen Rekordwert

Die Verschuldung von Bund, Ländern und Gemeinden ist im dritten Quartal 2025 erneut deutlich gestiegen. Nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) erhöhte sich der Schuldenstand des öffentlichen Gesamthaushalts um 54,8 Milliarden Euro auf nun 2.608,8 Milliarden Euro. Das entspricht einem Anstieg von 2,1 Prozent gegenüber dem Vorquartal.

Ein Trend mit systemischen Ursachen

Die regelmäßig neuen Schuldenrekorde sind kein Zufall, sondern Ausdruck einer verfehlten Haushaltspolitik. Während für Rüstungsexporte, milliardenschwere Industrieförderungen und steuerliche Begünstigungen für Konzerne und Vermögende scheinbar immer Geld da ist, fehlt es an jeder Stelle, die das Leben der breiten Mehrheit verbessern würde. Die Schulden von heute sind die Investitionslücken von gestern: in Schulen, Krankenhäuser, bezahlbaren Wohnraum und einen funktionierenden, für alle kostenfreien Nahverkehr.

Jeder Euro, der für die Aufrüstung oder die Subventionierung von Profiten ausgegeben wird, steht an anderer Stelle nicht zur Verfügung. Die aktuelle Schuldenentwicklung zeigt eindrücklich, wohin die Prioritäten der politisch Verantwortlichen gehen. Es sind nicht die sozialen Bedürfnisse der Bevölkerung, die den Haushalt belasten, sondern Entscheidungen, die vor allem den Interessen der Wirtschafts- und Finanzeliten dienen.

Wer trägt die Last?

Die Konsequenzen der steigenden Staatsverschuldung tragen am Ende nicht die Verursacher. Stattdessen dienen die Schuldenberge regelmäßig als Vorwand, um soziale Sicherungssysteme weiter auszuhöhlen, das Renteneintrittsalter anzuheben oder das Bürgergeld unter Druck zu setzen. Die Forderung nach einer „schwarzen Null“ zielt stets auf diejenigen, die auf öffentliche Leistungen angewiesen sind.

Eine gerechte Lösung sieht anders aus. Notwendig ist eine grundlegende Umverteilung:

  • Die Einführung einer substantiellen Vermögenssteuer und die Schließung von Erbschaftssteuer-Schlupflöchern.
  • Die Besteuerung von Übergewinnen und Spekulation.
  • Der Stopp aller Ausgaben, die Kriege verlängern oder autoritäre Regime stützen.

Mit diesen Mitteln ließen sich die dringend benötigten Investitionen in soziale Infrastruktur und Klimagerechtigkeit finanzieren, ohne die Schuldenlast weiter zu erhöhen. Die aktuelle Schuldenstatistik ist daher weniger eine wirtschaftliche Kennziffer als vielmehr ein politischer Weckruf. Sie zeigt, für wen der Staat wirklich arbeitet – und für wen nicht.

Quelle: presse@destatis.de | Bild: Pixabay