Kabarett im Krisenmodus: Deutsche Satiriker zwischen Spott und Ernst angesichts globaler Herausforderungen

Kabarett im Krisenmodus: Deutsche Satiriker zwischen Spott und Ernst angesichts globaler Herausforderungen
Quelle: KI-generiert


Kabarett-Deutschland im Krisenmodus: Wer lacht, hat die Lage noch nicht begriffen!

Die letzten sieben Tage waren für Freunde des politischen Kabaretts und der Satire ein gefundenes Fressen – oder eher ein bitteres Mahl. Denn während die Welt in ihren Angeln zu tanzen scheint, stellt sich die Frage: Dürfen wir überhaupt noch lachen? Und wenn ja, worüber? Die Antwort der großen Spötter des Landes ist ein klares Jein.

Dieter Nuhr, der Chronist des komischen Chaos, ist natürlich „Nuhr auf Tour“ und seziert die Gegenwart wie eh und je. Sein Publikum in Hameln erlebte „Humor bis zur Grenze“, doch Autogramme gab es keine. Vielleicht, weil selbst Nuhr angesichts der Lage die Contenance verliert? Er selbst sieht sich als jemand, der die Welt betrachtet, als würde sie permanent versuchen, ihm Material zu liefern. „Und sie enttäuscht nie“, schreibt Ticketcorner – ein Satz, der angesichts der Nachrichtenlage fast schon unheimlich klingt.

In der „Anstalt“ des ZDF nimmt das Trio um Claus von Wagner, Max Uthoff und Maike Kühl die gesellschaftlichen und politischen Missstände satirisch aufs Korn. Zuletzt sezierten sie den Zustand der Welt zwischen Klimakrise und Söders Mondprogramm. Von Wagner, der mit dem Bayerischen Kabarettpreis ausgezeichnet wurde, fragt sich dabei selbst, ob Satire überhaupt noch reicht. Ein verzweifelter Hilferuf aus der Anstalt?

Florian Schroeder hingegen zerlegt in seinem Programm „schlachthof“ die Migrationsdebatte und entlarvt, wie Politik Probleme erfindet, um Stimmung zu machen. Das ist bitterböse Satire, die wehtut – und genau das soll sie ja auch, wie die TAZ zu Recht feststellt.

Oliver Welke und sein Team von der „heute-show“ kommentieren die Nachrichtenlage gewohnt bissig. Im preisgekrönten Wochenrückblick wird kein Fettnäpfchen ausgelassen, kein Politiker geschont. Doch auch hier schwingt die Frage mit: Ist das alles noch lustig, oder befinden wir uns schon im satirischen Endstadium?

Der „Postillon“, Deutschlands renommiertestes Nachrichtenportal für satirische Falschmeldungen, beweist derweil, dass die Realität oft absurder ist als jede Fiktion. Ob es der Autofahrer ist, der vom SUV auf den Panzer umsteigt, oder Gott, der in ein anderes Sonnensystem auswandert – der „Postillon“ hält der Welt einen Spiegel vor, in dem sie sich selbst kaum wiedererkennt.

Das alles ist natürlich nur ein kleiner Ausschnitt aus der Kabarett- und Satirelandschaft der letzten Tage. Doch er zeigt: Die Spötter des Landes sind wachsam, kritisch und – trotz allem – um ihren Humor bemüht. Denn wer in diesen Zeiten nicht lacht, hat die Lage entweder noch nicht begriffen oder schon resigniert. Und beides wäre fatal.


Bildquelle: KI-generiert – Dieser Beitrag wurde erstellt von Der Spötter