Einleitung
Die Staatsanwaltschaft von Brescia hat am 23. Dezember 2025 Anklage gegen 13 Personen erhoben, die für den Tod von drei Arbeitern auf einer Baustelle in Castenedolo am 19. Dezember 2025 verantwortlich gemacht werden. Die Arbeiter starben, als eine Betonplatte in einem neu errichteten Einkaufszentrum einstürzte.
Hauptteil: Chronologie und Details
Der Unfall ereignete sich am 19. Dezember 2025 gegen 10:30 Uhr auf der Baustelle eines neuen Einkaufszentrums in der Via Triumplina in Castenedolo, einer Gemeinde in der Provinz Brescia. Laut den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft unter der Leitung von Chefankläger Antonio Guadagno stürzte eine etwa 200 Quadratmeter große Betonplatte im ersten Stock des Gebäudes ein und begrub drei Arbeiter. Die Opfer wurden als Giuseppe Rossi (54), Marco Bianchi (48) und Alessandro Romano (36) identifiziert.
Die Feuerwehr von Brescia benötigte mehrere Stunden, um die Leichen zu bergen. Die Staatsanwaltschaft ordnete eine sofortige Beschlagnahmung der Baustelle an. Die Ermittlungen der Carabinieri und der technischen Ermittler der Staatsanwaltschaft ergaben laut Anklageschrift „schwere Mängel bei der statischen Berechnung“ und „erhebliche Fehler bei der Ausführung der Betonarbeiten“.
Die am 23. Dezember erhobene Anklage richtet sich gegen 13 Personen, darunter die Geschäftsführer der beteiligten Baufirmen, den verantwortlichen Bauleiter vor Ort und die technischen Projektverantwortlichen. Ihnen werden in unterschiedlichem Maße fahrlässige Tötung, Bauvergehen und Verletzung von Arbeitssicherheitsvorschriften zur Last gelegt. Die Namen der Beschuldigten sind in den Gerichtsakten verzeichnet, wurden aber von der Staatsanwaltschaft nicht öffentlich bekannt gegeben.
Hintergrund: Wiederkehrende Tragödien auf italienischen Baustellen
Der Vorfall in Castenedolo reiht sich in eine Serie tödlicher Arbeitsunfälle in Italien ein, die häufig auf mangelnde Sicherheitsvorkehrungen zurückgeführt werden. Laut Daten der nationalen Unfallversicherung INAIL gab es in Italien im Jahr 2024 über 1.000 tödliche Arbeitsunfälle, ein leichter Anstieg gegenüber dem Vorjahr. Der Bausektor ist dabei einer der risikoreichsten Bereiche.
Ein ähnlicher Vorfall hatte sich erst am 12. November 2025 in Mailand ereignet, wo ein Bauarbeiter beim Einsturz eines Gerüsts ums Leben kam. Die italienische Gesetzgebung (Testo Unico sulla Salute e Sicurezza sul Lavoro, D.Lgs. 81/2008) schreibt strenge Sicherheitsprotokolle vor, deren Umsetzung und Kontrolle auf Baustellen jedoch oft als unzureichend kritisiert wird. Gewerkschaften wie die CGIL und die UIL fordern seit Jahren schärfere Kontrollen durch die Aufsichtsbehörden und höhere Strafen für Verstöße.
Das Gerichtsverfahren gegen die 13 Beschuldigten wird vor dem Gericht von Brescia geführt. Ein erster Verhandlungstermin wurde für März 2026 angesetzt.
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