Krankenkassenbeiträge steigen – Was bedeutet das für Patienten?
Millionen Versicherte in Deutschland müssen sich zum neuen Jahr auf höhere Krankenkassenbeiträge einstellen. Von den 93 gesetzlichen Krankenkassen haben 42 den Zusatzbeitrag erhöht, im Schnitt um 0,23 Prozentpunkte auf 3,36 Prozent des beitragspflichtigen Einkommens. Das bedeutet weniger Netto vom Brutto für Arbeitnehmer und höhere Kosten für Arbeitgeber.
Die Kassen begründen diesen Schritt mit den stetig steigenden Ausgaben im Gesundheitswesen. Allein im Jahr 2025 werden die Gesamtausgaben auf rund 347 Milliarden Euro geschätzt, nach 312 Milliarden im Vorjahr. Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) kündigte an, dass eine Expertenkommission bis März Vorschläge zur langfristigen Dämpfung des Anstiegs vorlegen soll.
Kritiker bemängeln, dass ein kurz vor Weihnachten verabschiedetes Sparpaket des Bundesrats, das vor allem Kosten in Kliniken bremsen soll, nicht ausreiche. Einige Kassen fordern zudem höhere staatliche Zuschüsse für Bürgergeld-Empfänger.
Versicherte haben bei einer Beitragserhöhung ein Sonderkündigungsrecht und können zu einem günstigeren Anbieter wechseln. Es bleibt abzuwarten, ob die angekündigten Reformen die Kostenexplosion im Gesundheitswesen tatsächlich eindämmen können.
Pflegenotstand spitzt sich zu – Fachkräftemangel und hohe Belastung
Der Pflegenotstand in Deutschland bleibt ein drängendes Problem. Immer weniger Pflegekräfte müssen sich um eine wachsende Zahl pflegebedürftiger Menschen kümmern. Das führt zu Überlastung, sinkender Versorgungsqualität und Schließung von Einrichtungen. Besonders betroffen ist die Altenpflege.
Die Ursachen sind vielfältig: der demografische Wandel, Personalmangel, hohe Arbeitsbelastung und mangelnde Wertschätzung. Um dem entgegenzuwirken, fordern Experten bessere Arbeitsbedingungen, faire Löhne und mehr Personal.
Bundesgesundheitsministerin Nina Warken betonte auf einer Sitzung der Bund-Länder-Arbeitsgruppe „Zukunftspakt Pflege“ die Bedeutung von Prävention, verbesserter Versorgung und gesicherter Finanzierung.
Medikamentenmangel – Apotheken schlagen Alarm
Apotheken in Deutschland sehen sich weiterhin mit Lieferengpässen bei wichtigen Medikamenten konfrontiert. Betroffen sind unter anderem Antibiotika, Krebsmittel, Diabetes- und Asthma-Medikamente sowie fiebersenkende Säfte für Kinder.
Apotheker berichten von Schwierigkeiten, antibiotische Säfte und Fiebersäfte für Kinder auf Lager zu legen. Ein Apotheker aus Baden-Württemberg warnte, dass sich die Situation bei steigender Nachfrage im Winter verschärfen könnte.
Ein im vergangenen Jahr beschlossenes Gesetz zur Bekämpfung von Lieferengpässen zeigt aus Sicht der Betroffenen bisher wenig Wirkung. Kritisiert werden vor allem die geringen Preise, die deutsche Krankenkassen für Medikamente zahlen.
Krankenhausreform – Umsetzung stockt
Die geplante Krankenhausreform, mit der die Kliniklandschaft umgestaltet werden soll, verzögert sich. Kern der Reform ist ein neues Vergütungssystem, das Krankenhäuser von dem Druck befreien soll, immer mehr Patienten behandeln zu müssen, um rentabel zu sein.
Bundesgesundheitsministerin Nina Warken kündigte an, sämtliche Einnahmen und Ausgaben müssten geprüft werden. Ziel ist es, die Versorgung der Patienten durch mehr Spezialisierung in den Kliniken zu verbessern. Kritiker befürchten jedoch, dass vor allem kleinere Krankenhäuser auf dem Land schließen müssen.
Der Zeitplan für die Umsetzung der Reform ist ambitioniert. Es bleibt abzuwarten, ob die Ziele erreicht werden können und die Reform tatsächlich zu einer Verbesserung der Versorgung führt.
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