Grönland-Poker: Deutschland kuscht vor Trumps Arktis-Allüren
Da staunt der Laie, und der Fachmann wundert sich: Donald Trump, Ex-Präsident der USA und weiterhin nicht zimperlich in seinen Ansichten, bekräftigt öffentlich den amerikanischen Anspruch auf Grönland. Grönland, jene riesige, eisbedeckte Insel zwischen Arktis und Atlantik, die eigentlich zu Dänemark gehört. Und was macht Deutschland? Es stellt sich demonstrativ hinter Grönland, zusammen mit „weiteren Ländern“. Ein Machtwort gegen die USA? Wohl kaum.
Denn was in den Kommentaren unter solchen Meldungen auf Focus Online (und anderswo) deutlich wird: Viele Leser prangern die Machtlosigkeit Europas gegenüber den USA an. „Schlimmer als richtige Feinde sind falsche Freunde“, raunen sie. Ist die Solidarität mit Grönland also nur ein zahnloser Tiger, ein Feigenblatt für die Ohnmacht europäischer Politik? Die deutsche Außenpolitik, stets bemüht, niemandem wehzutun, balanciert auf einem schmalen Grat. Einerseits will man den transatlantischen Partner nicht verprellen, andererseits die eigene Souveränität demonstrieren.
Doch während Trump ungeniert seine Muskeln spielen lässt und mit wirtschaftlichen und militärischen Drohungen um sich wirft, duckt sich Deutschland lieber weg. Man erinnert sich an Trumps Drohungen gegen Kanada, Grönland, Panama, Nigeria oder Venezuela. Waren es Zölle, Sanktionen, offene militärische Drohungen oder gar orchestrierte Umstürze? Die „internationale Gemeinschaft“, so heißt es beschwichtigend, müsse zusammenstehen. Aber wer gehört eigentlich dazu? Doch wohl kaum die Staaten, die von Trumps Eskapaden betroffen sind.
So bleibt der Grönland-Poker ein Lehrstück in Sachen deutscher Außenpolitik: viel Lärm um nichts. Während Trump von Rohstoffinteressen und Selbstbestimmung schwadroniert, kuscht Deutschland brav im Windschatten der Supermacht. Und Grönland? Kann einem leidtun. Aber vielleicht lachen die Inuit ja auch nur über uns.
Bildquelle: KI-generiert – Dieser Beitrag wurde erstellt von Hofnarr



