Schwerer Unfall in Longkou
Am 15. Januar 2026, gegen 14:30 Uhr Ortszeit, ereignete sich eine schwere Explosion im Werk des Chemieunternehmens Shandong Jincheng Petrochemical Co., Ltd. in der Stadt Longkou, Provinz Shandong. Die örtlichen Behörden bestätigten am 16. Januar, dass der Vorfall zwölf Menschen das Leben kostete und 31 weitere verletzt wurden, fünf davon schwer.
Chronologie der Ereignisse
Die Explosion ereignete sich in der Ethylen-Anlage des petrochemischen Komplexes. Laut einer ersten Mitteilung der Staatlichen Verwaltung für Arbeitssicherheit (SAWS) folgte der initialen Detonation ein Großbrand, der über sechs Stunden andauerte. Mehr als 200 Feuerwehrleute und 45 Fahrzeuge aus Longkou und den umliegenden Städten Yantai und Weifang waren im Einsatz. Ein Augenzeuge, der Arbeiter Zhang Wei (Name geändert), berichtete gegenüber lokalen Medien, zunächst einen lauten Knall und dann eine hohe Feuersäule gesehen zu haben. Die Produktion in der gesamten Anlage wurde sofort eingestellt.
Ursachenermittlung und Hintergrund
Ein Untersuchungsteam unter der Leitung von Li Dong, dem stellvertretenden Direktor der SAWS, wurde am 16. Januar nach Longkou entsandt. Als mögliche Ursache wird ein Leck in einer Rohrleitung unter hohem Druck in Betracht gezogen. Die Fabrik war erst im November 2025 nach einer routinemäßigen Wartung wieder in Betrieb genommen worden. Der Vorfall ereignet sich vor dem Hintergrund einer landesweiten Sicherheitskampagne. Am 12. Januar 2026 hatte der Staatsrat in Peking eine dreimonatige Sonderinspektion für gefährliche Chemiebetriebe angekündigt, nachdem es im Dezember 2025 zu einem tödlichen Unfall in einer Farbstofffabrik in Jiangsu mit sieben Toten gekommen war.
Maßnahmen und Konsequenzen
Die Behörden der Provinz Shandong ordneten am 17. Januar eine sofortige Sicherheitsüberprüfung aller 287 großen petrochemischen Betriebe in der Provinz an. Der Vorstandsvorsitzende von Shandong Jincheng Petrochemical, Liu Feng, wurde von den Ermittlern befragt. Das Unternehmen, das 2024 einen Umsatz von umgerechnet etwa 3,8 Milliarden Euro erzielte, hat seine Kooperation mit den Behörden zugesichert. Die Familien der Opfer erhalten nach Angaben der Stadtregierung Longkou eine Entschädigung von mindestens 1,2 Millionen Renminbi (ca. 150.000 Euro) pro Person.
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