Massiver Polizeieinsatz in Barcelona: 127 Festnahmen bei Räumung besetzter Wohnungen

Massiver Polizeieinsatz in Barcelona: 127 Festnahmen bei Räumung besetzter Wohnungen

Einleitung

Am 9. Januar 2026 führten rund 500 Mossos d’Esquadra die Räumung von 47 besetzten Wohnungen im Gebäudekomplex Carrer de la Indústria 292-300 im Stadtteil Poblenou, Barcelona, durch. Dabei wurden 127 Personen festgenommen, darunter die Sprecherin der Besetzer*innen-Kollektive, Clara Martínez.

Chronologie und Details des Einsatzes

Der Polizeieinsatz begann um 5:30 Uhr morgens. Beamte der Bereitschaftspolizei ARRO und Spezialeinheiten riegelten das gesamte Viertel ab. Laut Polizeiangaben drangen die Einsatzkräfte in die sieben Gebäude des Komplexes ein, nachdem ein Gerichtsbeschluss des Juzgado de Instrucción número 22 von Barcelona die Räumung angeordnet hatte. Die Besetzer*innen hatten die Wohnungen seit dem 15. Oktober 2025 in Besitz genommen. Während der Räumung kam es zu Zusammenstößen. Die Polizei setzte Gummigeschosse und Tränengas ein, 9 Personen wurden leicht verletzt. Clara Martínez wurde wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt und Hausfriedensbruchs festgenommen.

Hintergrund: Wohnungskrise und Vorgeschichte

Die Räumung ist der bisher größte Einzeleinsatz gegen Hausbesetzungen in Barcelona im Jahr 2026. Der Gebäudekomplex gehört der Investmentfirma Blackstone, die die Immobilie 2018 erwarb. Seitdem standen viele der Wohnungen leer. Das Kollektiv „Sindicat de Llogateres“ (Mietergewerkschaft) argumentiert, dass die Besetzung eine direkte Reaktion auf die steigenden Mietpreise in Poblenou sei, die im letzten Jahr um durchschnittlich 14% gestiegen sind. Ein ähnlicher, aber kleinerer Konflikt ereignete sich am 12. Dezember 2025, als 30 Wohnungen in einem Gebäude derselben Straße geräumt wurden, was zu 22 Festnahmen führte. Der aktuelle Gerichtsbeschluss stützt sich auf das spanische Strafgesetzbuch (Art. 245 und 202), das unbefugtes Betreten und Besetzen von Immobilien unter Strafe stellt.

Bildquelle: Pixabay