Israelische Luftwaffe tötet hochrangigen Hisbollah-Kommandeur in Südlibanon

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Zielperson und Ort des Angriffs

Die israelische Luftwaffe tötete am 8. Januar 2026 den hochrangigen Hisbollah-Kommandeur Wissam al-Tawil bei einem gezielten Luftangriff auf sein Fahrzeug in der südlibanonischen Ortschaft Khirbet Selm, etwa 15 Kilometer von der israelischen Grenze entfernt. Al-Tawil, auch bekannt als „Jawad“, war der Kommandeur der Radwan-Einheit der Hisbollah im Südlibanon-Sektor. Sein Tod wurde von der Hisbollah in einer offiziellen Erklärung bestätigt.

Chronologie und Details des Vorfalls

Der Angriff erfolgte gegen 10:30 Uhr Ortszeit. Eine israelische Drohne feuerte eine Präzisionsrakete auf das silberfarbene SUV, in dem sich al-Tawil befand. Das Fahrzeug wurde vollständig zerstört. Neben al-Tawil wurden zwei weitere Hisbollah-Mitglieder getötet. Die israelischen Streitkräfte (IDF) gaben eine knappe Erklärung ab, in der sie den Angriff bestätigten und al-Tawil als „Schlüsselfigur“ für die Planung und Ausführung von Angriffen auf Israel bezeichneten. Lokale libanesische Medien zeigten Bilder des ausgebrannten Wracks auf einer schmalen Landstraße.

Hintergrund und Eskalation

Die Tötung al-Tawils markiert eine weitere Eskalation des seit dem 8. Oktober 2023 andauernden Grenzkonflikts zwischen Israel und der Hisbollah. Seit Beginn der Kämpfe wurden nach Angaben des Armed Conflict Location & Event Data Project (ACLED) über 300 Hisbollah-Kämpfer und mehr als 80 libanesische Zivilisten getötet. Auf israelischer Seite gab es 20 Todesfälle unter Soldaten und Zivilisten. Die Radwan-Einheit, die al-Tawil befehligte, gilt als Eliteverband der Hisbollah, der speziell für Grenzinfiltrationen und Angriffe hinter den feindlichen Linien ausgebildet ist. Israel hat wiederholt erklärt, dass es das Ziel verfolgt, die Radwan-Einheit etwa 30 Kilometer vom Grenzzaun zurückzudrängen, um die Sicherheit der nördlichen Gemeinden wie Kirjat Schmona zu gewährleisten, deren rund 25.000 Einwohner seit Monaten evakuiert sind.

Reaktionen und weitere Entwicklungen

Als unmittelbare Reaktion auf die Tötung al-Tawils feuerten Hisbollah-Verbände am 8. und 9. Januar 2026 mindestens 30 Raketen und Drohnen auf israelische Militärstellungen im besetzten Golan. Die IDF reagierte mit Artillerie- und Luftangriffen auf Hisbollah-Ziele im Südlibanon. Der libanesische Premierminister Najib Mikati verurteilte den israelischen Angriff als „Verletzung der libanesischen Souveränität“ und warnte vor einer weiteren Ausweitung der Kämpfe. Die USA und Frankreich setzten ihre diplomatischen Bemühungen fort, um eine Eskalation zu verhindern, bisher ohne durchschlagenden Erfolg.

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