Politik im Pott: Zwischen Strukturwandel und sozialer Gerechtigkeit
Das Ruhrgebiet, einst das industrielle Herz Deutschlands, befindet sich weiterhin in einem tiefgreifenden Strukturwandel. Die Schließung von Zechen und der Rückgang der Stahlindustrie haben massive Arbeitsplatzverluste verursacht und die Region vor große soziale Herausforderungen gestellt. Die Kommunalpolitik im Ruhrgebiet steht daher vor der Aufgabe, den Wandel zu gestalten und gleichzeitig die sozialen Folgen abzufedern.
Der Sozialäquator A40: Eine gespaltene Region?
Die A40, die das Ruhrgebiet von Ost nach West durchschneidet, wird oft als „Sozialäquator“ bezeichnet. Nördlich der A40 liegen tendenziell die wirtschaftlich schwächeren Städte und Stadtteile, während südlich davon die wohlhabenderen Gebiete zu finden sind. Diese soziale Spaltung stellt die Kommunalpolitik vor besondere Herausforderungen: Wie können die Lebensbedingungen in den benachteiligten Stadtteilen verbessert und die soziale Ungleichheit verringert werden?
Herausforderungen und Lösungsansätze
Die Stadträte im Ruhrgebiet beschäftigen sich aktuell mit einer Vielzahl von Themen, die von Strukturwandel bis zu sozialer Gerechtigkeit reichen. Einige Beispiele:
- Wirtschaftliche Entwicklung: Die Förderung von Innovationen, die Ansiedlung neuer Unternehmen und der Ausbau der Hochschullandschaft sollen neue Arbeitsplätze schaffen und die Wirtschaft diversifizieren. In Duisburg setzt man beispielsweise auf Geothermie, um die Fernwärmeversorgung CO2-neutral zu gestalten.
- Soziale Gerechtigkeit: Maßnahmen zur Bekämpfung von Armut, zur Förderung von Bildung und zur Integration von Zuwanderern stehen im Fokus. Es geht darum, allen Menschen im Ruhrgebiet eine Perspektive zu bieten, unabhängig von ihrer Herkunft oder ihrem sozialen Status.
- Mobilität: Die Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs, der Ausbau des Radwegenetzes und die Förderung der Elektromobilität sollen die Mobilität der Bürgerinnen und Bürger verbessern und gleichzeitig die Umweltbelastung reduzieren.
- Wohnen: Bezahlbarer Wohnraum ist ein knappes Gut im Ruhrgebiet. Die Kommunen arbeiten an Konzepten, um den Wohnungsbau zu fördern und gleichzeitig die Mietpreise zu stabilisieren.
Politische Kräfteverhältnisse im Wandel
Die politische Landschaft im Ruhrgebiet ist im Umbruch. Die SPD, einst die dominierende Kraft in der Region, hat in den letzten Jahren an Einfluss verloren. Bei den Kommunalwahlen 2025 konnte sie zwar noch einige Oberbürgermeisterposten verteidigen, musste aber auch herbe Verluste hinnehmen. In einigen Städten sind Stichwahlen gegen Kandidaten der CDU oder der AfD erforderlich. Das Erstarken der AfD bereitet vielen demokratischen Parteien Sorge.
Die schwierige Mehrheitsfindung im Dortmunder Stadtrat zeigt, dass die Zeiten stabiler politischer Verhältnisse vorbei sind. Um im Rat eine Mehrheit jenseits der AfD zu bekommen, braucht es oft die Zusammenarbeit von mindestens drei Fraktionen.
Blick nach vorn
Das Ruhrgebiet steht vor großen Herausforderungen, aber die Region hat auch viele Chancen. Mit einer klugen Kommunalpolitik, die auf Innovation, soziale Gerechtigkeit und Bürgerbeteiligung setzt, kann der Wandel gestaltet und die Lebensqualität verbessert werden. Die Menschen im Ruhrgebiet fühlen sich ihrer Region stark verbunden. Dieses Zusammengehörigkeitsgefühl ist eine wichtige Grundlage für die Bewältigung der kommenden Aufgaben.
Bildquelle: Pixabay – Dieser Beitrag wurde erstellt von Politikredaktion Ruhr



