Kinderarmut in Deutschland: Ein Teufelskreis aus Not und fehlenden Chancen
Es ist ein alarmierendes Signal: In Deutschland ist Kinderarmut weiterhin ein drängendes Problem. Im Jahr 2024 waren 15,2 % der Kinder und Jugendlichen armutsgefährdet. Das bedeutet, dass gut jedes siebte Kind unter 18 Jahren betroffen ist, was etwa 2,2 Millionen Kinder und Jugendliche entspricht. Diese Zahl liegt zwar leicht unter der Armutsgefährdungsquote der Gesamtbevölkerung von 15,5 %, aber sie zeigt, dass Kinder weiterhin einem erhöhten Risiko ausgesetzt sind, in Armut aufzuwachsen.
Kinderarmut ist mehr als nur ein Mangel an Geld. Sie bedeutet oft auch fehlende Bildungschancen, schlechtere Gesundheitsversorgung und geringere Teilhabe am sozialen Leben. Kinder aus armen Familien haben es schwerer, aus diesem Kreislauf auszubrechen.
Wer ist betroffen?
Besonders häufig sind Kinder von Alleinerziehenden, Arbeitslosen und Familien mit geringem Einkommen betroffen. Auch der Bildungsstand der Eltern spielt eine Rolle: Haben die Eltern einen höheren Bildungsabschluss, sind weniger Kinder von Armut bedroht.
Die regionalen Unterschiede sind ebenfalls beträchtlich. Während in Bayern die Armutsgefährdungsquote bei Kindern bei 9,6 % liegt, sind es in Sachsen-Anhalt 25,4 %.
Die Rolle des Bürgergelds
Das Bürgergeld, das als soziale Leistung gedacht ist, erreicht offenbar nicht alle, die es dringend benötigen. Zwar beziehen viele Familien mit geringem Einkommen oder Arbeitslose diese Leistung, doch reicht sie oft nicht aus, um ein Leben in Würde zu ermöglichen. Mehr als die Hälfte der rund 5,4 Millionen Bürgergeldempfänger sind Deutsche.
Inflation verschärft die Situation
Die Inflation der letzten Jahre hat die Situation zusätzlich verschärft. Besonders betroffen sind Haushalte mit geringem Einkommen, da sie einen größeren Teil ihres Geldes für Nahrungsmittel und Energie aufwenden müssen. Die Kaufkraft armutsgefährdeter Menschen ist gesunken.
Mietkosten als Armutstreiber
Ein weiterer Faktor, der zur Kinderarmut beiträgt, sind die hohen Mietkosten. In vielen Großstädten bleibt Familien nach Abzug der Miete weniger als das Existenzminimum zum Leben. Dies zwingt Familien dazu, an anderen Stellen zu sparen, was oft zu Lasten der Kinder geht.
Was muss geschehen?
Um Kinderarmut wirksam zu bekämpfen, braucht es ein ganzes Bündel an Maßnahmen. Dazu gehören existenzsichernde Mindestlöhne, eine Stärkung der Familienförderung und Investitionen in Bildung und Betreuung. Es ist inakzeptabel, dass in einem reichen Land wie Deutschland so viele Kinder in Armut aufwachsen. Es ist Zeit zu handeln, um diesen Teufelskreis zu durchbrechen und allen Kindern eine faire Chance zu ermöglichen.
Bildquelle: Pixabay – Dieser Beitrag wurde erstellt von Sozialredaktion



