Einleitung
Am 8. Januar 2026 gegen 10:47 Uhr Ortszeit fiel in weiten Teilen von Mumbai, der Finanzhauptstadt Indiens, der Strom aus. Der Blackout dauerte bis in die späten Abendstunden und betraf nach Angaben der staatlichen Adani Electricity Mumbai Ltd. (AEML) schätzungsweise 12 Millionen Einwohner in den Bezirken Mumbai City und Mumbai Suburban.
Chronologie und Details des Ausfalls
Der Ausfall begann mit einem Brand in einem 400-Kilovolt-Umspannwerk in Kalwa, Thane, um 10:47 Uhr. Dies führte zur Trennung des Mumbai-Verteilungsnetzes vom nationalen Übertragungsnetz. Laut dem staatlichen Netzbetreiber Power Grid Corporation of India (PGCIL) waren innerhalb von 15 Minuten über 2.000 Megawatt Last abgeworfen. Der Chefingenieur von AEML, Rajesh Kumar, bestätigte, dass es drei Stunden dauerte, bis erste kritische Anlagen wie das Sir J.J. Hospital und der Chhatrapati Shivaji Maharaj International Airport über Notstromaggregate versorgt wurden. Der Flughafenbetreiber MIAL meldete die Verspätung oder Streichung von 147 Flügen. Der Bürgermeister von Mumbai, Ashish Shelar, erklärte, die U-Bahn-Linien 2 und 3 seien für über fünf Stunden komplett eingestellt gewesen, was 4,5 Millionen Pendler betraf.
Hintergrund: Chronische Netzschwäche und Privatisierung
Der Blackout ist der schwerste seit dem pan-indischen Ausfall vom 30./31. Juli 2012, der 620 Millionen Menschen betraf. Die Ursache liegt in der chronischen Überlastung und Unterinvestition in das städtische Verteilnetz. Im Jahr 2018 übernahm die Adani Group die Stromverteilung für Mumbai von der staatlichen Reliance Infrastructure. Seitdem stiegen die Tarife um durchschnittlich 42%, während Investitionen in die physische Netzinfrastruktur laut einem Bericht der Maharashtra Electricity Regulatory Commission (MERC) vom November 2025 hinter dem Plan zurückblieben. Das Gesetz Electricity Act von 2003 ermöglichte diese Privatisierung. Ein vorheriger größerer Ausfall im Westen Mumbais ereignete sich am 12. Oktober 2024 und dauerte sechs Stunden.
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