Bielefeld schließt Schulen wegen Blitzeis – Notbetreuung eingerichtet

Bielefeld schließt Schulen wegen Blitzeis – Notbetreuung eingerichtet

Bielefeld schließt Schulen bei Blitzeis – Notbetreuung als Auffangnetz

Bielefeld. Angesichts einer amtlichen Unwetterwarnung des Deutschen Wetterdienstes für Montag, den 12. Januar, bleiben die Schulen in Bielefeld geschlossen. Das Ministerium für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen hat für den gesamten Landkreis angeordnet, auf Distanzunterricht umzustellen. Für Kinder, die nicht zu Hause betreut werden können, wird eine schulische Notbetreuung eingerichtet.

Die Stadt warnt eindringlich vor extremen Straßenglätte durch Eisregen und appelliert an alle Bürgerinnen und Bürger, nur absolut notwendige Fahrten zu unternehmen. Diese Vorsichtsmaßnahme ist vernünftig, wirft aber ein grelles Licht auf die alltäglichen Verwerfungen in unserem Gemeinwesen.

Systemrelevante Betreuung in der Krise

Während der Unterricht ausfällt, steht die Kinderbetreuung vor enormen Herausforderungen. Die städtischen Kitas werden voraussichtlich nur einen Notbetrieb aufrechterhalten können. Eltern werden gebeten, ihre Kinder nach Möglichkeit selbst zu betreuen. Für nicht-städtische Träger gilt dasselbe Bild: Einschränkungen sind zu erwarten.

Diese Situation legt den Finger in die Wunde einer chronisch unterfinanzierten sozialen Infrastruktur. Was passiert mit den Eltern, die nicht einfach von zu Hause arbeiten können? Mit den Alleinerziehenden, den Beschäftigten im Einzelhandel, in der Pflege oder in Logistikberufen? Die sogenannte „systemrelevante“ Betreuung bricht bei der ersten ernsthaften Belastungsprobe weg und zwingt Familien in prekäre Entscheidungen zwischen Einkommen und der Sicherheit ihrer Kinder.

Mobilität und soziale Gerechtigkeit

Der Aufruf, zu Hause zu bleiben, ist für viele eine leere Floskel. Er ignoriert die Realität derjenigen, deren Arbeit nicht digitalisierbar ist und die auf ihre tägliche Mobilität angewiesen sind. Ein fahrscheinfreier Nahverkehr, zuverlässig und unkompliziert, wäre in solchen Krisenmomenten mehr als nur ein Komfort. Er wäre ein soziales Sicherheitsnetz, das allen die Möglichkeit gibt, vernünftig zu handeln, ohne Existenzängste.

Die aktuelle Krise zeigt: Sicherheit entsteht nicht durch Appelle, sondern durch konkrete, solidarische Infrastruktur. Statt Milliarden in prestigeträchtige Rüstungsprojekte zu pumpen, die am Ende nur neues Leid schaffen, braucht es Investitionen genau hier: in Kitas, Schulen, einen robusten ÖPNV und in Arbeitsbedingungen, die es Menschen erlauben, auch bei Eis und Schnee ihre Familien zu schützen, ohne ihren Job zu riskieren.

Die Entscheidung der Behörden, die Schulen zu schließen, ist richtig. Sie sollte uns jedoch daran erinnern, für welche Art von Gesellschaft wir eigentlich kämpfen: Eine, in der die Sicherheit der Menschen – vor dem Wetter wie vor sozialer Kälte – nicht vom Geldbeutel oder der Flexibilität des Arbeitsvertrags abhängt.

Quelle: Stadt Bielefeld | Bild: Pixabay