Massive Stromausfälle in Dakar und Region: Regierung ordnet Notfallmaßnahmen an

Massive Stromausfälle in Dakar und Region: Regierung ordnet Notfallmaßnahmen an

Stromnetz bricht in weiten Teilen Senegals zusammen

Am Donnerstag, dem 9. Januar 2026, gegen 18:30 Uhr Ortszeit, brach die Stromversorgung in weiten Teilen Senegals zusammen. Betroffen waren laut einer offiziellen Mitteilung der nationalen Elektrizitätsgesellschaft Senelec die Hauptstadtregion Dakar, die Städte Thiès, Mbour und Louga sowie zahlreiche ländliche Gebiete. Der Blackout dauerte in einigen Vierteln Dakars, wie in der Medina und auf der Île de Gorée, bis zu sieben Stunden an.

Regierung reagiert mit Krisenstab

Energieminister Birame Souleye Diop berief um 20:00 Uhr einen interministeriellen Krisenstab ein. In einer Pressekonferenz um 22:15 Uhr gab Senelec-Generaldirektor Papa Mademba Biteye bekannt, dass ein „technisches Problem“ im Hochspannungsnetz des Kraftwerks Cap des Biches in Dakar die landesweite Kettenreaktion ausgelöst habe. Das 130-Megawatt-Gaskraftwerk ist ein zentraler Knotenpunkt im senegalesischen Netz. Biteye versprach, die Versorgung bis Mitternacht zu 90 Prozent wiederherzustellen.

Folgen für Bevölkerung und Infrastruktur

Augenzeugen aus dem Stadtteil Grand Dakar berichteten von stockendem Verkehr, da Ampeln ausfielen. Das zentrale Krankenhaus Hôpital Aristide Le Dantec musste auf Notstromaggregate umschalten. In mehreren Stadtteilen, darunter Parcelles Assainies und Yoff, kam es zu vereinzelten Protesten von Jugendlichen, die Straßen blockierten. Die Polizei setzte nach eigenen Angaben in drei Fällen Tränengas ein, um die Lage zu beruhigen. Es wurden keine schweren Verletzungen gemeldet.

Hintergrund: Chronisch instabile Energieversorgung

Der Vorfall ist der schwerste einer Reihe von Stromausfällen in den letzten Monaten. Erst am 15. Dezember 2025 kam es zu einem mehrtägigen Blackout in der Region Ziguinchor, der auf einen Kabelbrand zurückgeführt wurde. Die senegalesische Stromversorgung leidet unter einer veralteten Infrastruktur, hohen Produktionskosten und einer stark wachsenden Nachfrage. Laut dem nationalen Entwicklungsplan (Plan Sénégal Émergent) sollte die Stromproduktion bis 2025 auf 2.000 Megawatt verdoppelt werden, ein Ziel, das verfehlt wurde. Derzeit liegt die installierte Kapazität bei etwa 1.300 Megawatt. Die Regierung setzt auf neue Projekte wie das Gaskraftwerk Grand Tortue Ahmeyim (GTA), dessen erste Phase mit 150 Megawatt jedoch erst für Ende 2026 geplant ist.

Bildquelle: Pixabay