Indonesische Polizei löst Protest von 5000 Textilarbeitern in Bandung auf, 23 Festnahmen

Indonesische Polizei löst Protest von 5000 Textilarbeitern in Bandung auf, 23 Festnahmen

Die indonesische Polizei setzte am 3. Januar 2026 Tränengas und Wasserwerfer ein, um einen Protest von rund 5000 Textilarbeitern in der Jalan Jenderal Sudirman in Bandung, West-Java, aufzulösen. Bei den Zusammenstößen wurden 23 Demonstranten festgenommen und nach Polizeiangaben mindestens 12 Personen, darunter 5 Polizisten, verletzt.

Chronologie der Ereignisse

Der Protest begann um 9:00 Uhr Ortszeit vor dem Gouverneursamt von West-Java. Die Arbeiter, hauptsächlich Angestellte der Textilfabrik PT Kahatex und anderer Betriebe im Industriepgebiet Rancaekek, forderten eine Anhebung des regionalen Mindestlohns (UMK) für das Jahr 2026. Gegen 11:30 Uhr versuchten Teile der Menge, Polizeibarrikaden zu durchbrechen. Der Polizeichef von Bandung, Komisaris Besar Aswin Sipayung, ordnete daraufhin die Räumung an. Die Einsatzkräfte setzten ab 12:15 Uhr Wasserwerfer und Tränengas ein, um die Menge aufzulösen. Die Festnahmen erfolgten zwischen 12:30 und 14:00 Uhr.

Hintergrund des Lohnkonflikts

Der Konflikt entzündete sich an der Festsetzung des Mindestlohns für die Stadt Bandung auf 3.450.000 Indonesische Rupiah (ca. 195 Euro) monatlich für 2026. Die Gewerkschaften, darunter die Textilarbeitergewerkschaft SPN, hatten eine Erhöhung auf 3.850.000 Rupiah gefordert. Die Entscheidung fiel am 21. November 2025 durch den regionalen Lohnrat, in dem Vertreter der Regierung, der Arbeitgeber und der Gewerkschaften sitzen. Bereits am 25. November 2025 hatte es einen ersten Warnstreik mit 2000 Teilnehmern gegeben. Das indonesische Arbeitsgesetz (UU No. 13/2003) regelt die jährliche Mindestlohnanpassung anhand einer Formel, die Inflationsrate und Wirtschaftswachstum berücksichtigt.

Bildquelle: Pixabay