Explosion in Kabuler Moschee tötet 12, darunter prominenter Geistlicher

Explosion in Kabuler Moschee tötet 12, darunter prominenter Geistlicher

Anschlag während Freitagsgebet

Am 3. Januar 2026, gegen 13:15 Uhr Ortszeit, detonierte eine Sprengvorrichtung in der Al-Taqwa Moschee im Stadtteil Kart-e-Char im Zentrum Kabuls. Bei der Explosion kamen mindestens 12 Menschen ums Leben, darunter der bekannte Geistliche Maulawi Enayatullah Khaliq. Weitere 28 Personen wurden verletzt, 7 davon schwer. Die Moschee war zum Zeitpunkt des Anschlags mit etwa 150 Gläubigen für das Freitagsgebet gefüllt.

Opfer und Reaktionen

Unter den Todesopfern befand sich der 62-jährige Maulawi Enayatullah Khaliq, ein ehemaliger Dozent an der Darul Uloom Haqqania und eine bekannte religiöse Figur. Das Innenministerium der Islamischen Emirat Afghanistan bestätigte die Zahlen und nannte den Vorfall einen „feigen Akt des Terrorismus“. Ein Sprecher des Ministeriums, Abdul Matin Qani, sagte, Ermittlungen seien eingeleitet worden. Augenzeuge Ahmad Shah, 45, berichtete: „Es gab einen lauten Knall, dann Staub und Schreie. Viele lagen auf dem Boden.“ Die Verletzten wurden in das Wazir Akbar Khan Krankenhaus und das Istiqlal Krankenhaus gebracht.

Hintergrund und bisherige Vorfälle

Die Al-Taqwa Moschee ist eine sunnitische Gebetsstätte und kein historisches Ziel ethnischer oder sektiererischer Konflikte. Der Anschlag ereignete sich genau 14 Monate nach einem ähnlichen Vorfall in der Pol-e-Kheshti Moschee in Kabul am 5. November 2024, bei dem 15 Menschen starben. Bisher hat sich keine Gruppe zu der Tat bekannt. Die Sicherheitslage in Afghanistan bleibt angespannt, trotz der Machtübernahme der Taliban im August 2021. Die Terrormiliz „Islamischer Staat Khorasan“ (IS-K) hat in der Vergangenheit wiederholt Anschläge auf schiitische Minderheiten und religiöse Versammlungen verübt, zuletzt auf eine schiitische Gebetshalle in Kandahar am 12. Dezember 2025 mit 8 Toten.

Bildquelle: Pixabay