Northvolt-Übernahme: Stender fordert Transparenz – was verbirgt die Landesregierung?
Der schleswig-holsteinische Landtagsabgeordnete Kianusch Stender (SPD) hat die Landesregierung aufgefordert, endlich Klarheit über den Stand der geplanten Übernahme des insolventen Batterieherstellers Northvolt in Heide zu schaffen. In einer aktuellen Presseerklärung kritisiert Stender das Schweigen der Regierung und betont die Notwendigkeit von Verlässlichkeit für die Region. Die Frage, die sich stellt, ist jedoch: Geht es hier wirklich um die Interessen der Beschäftigten und der Region, oder werden einmal mehr wirtschaftspolitische Prestigeprojekte vor Transparenz gestellt?
Schweigen statt Information
Seit der Insolvenz von Northvolt Deutschland GmbH im vergangenen Jahr und der Ankündigung einer möglichen Übernahme durch den US-Investor Atlas Materials harrten die Belegschaft und die Region Dithmarschen auf verlässliche Informationen. Stender wirft der schwarz-grünen Landesregierung vor, diese im Unklaren zu lassen. „Die Menschen in Heide und Umgebung brauchen Perspektiven und Planungssicherheit“, so der Abgeordnete. Dieses Bedürfnis ist berechtigt. In einer Zeit, in der industrielle Arbeitsplätze unter Druck stehen, ist jede Ungewissheit eine zusätzliche Belastung für die Beschäftigten und ihre Familien.
Das Spiel mit der Hoffnung
Die Landesregierung förderte den Batteriestandort einst mit Millionenbeträgen an Steuergeldern. Nun, da das Unternehmen in Schieflage geraten ist, scheint die Kommunikation zu versiegen. Stenders Forderung nach einem klaren Statement, ob Atlas Materials die Standort- und Arbeitsplatzgarantien des alten Investors übernehmen wird, zielt ins Zentrum der Verantwortung. Wer öffentliche Gelder in ein Unternehmen investiert, trägt auch eine Verantwortung gegenüber der Öffentlichkeit – und vor allem gegenüber den Menschen, deren wirtschaftliche Existenz von diesem Unternehmen abhängt. Das Verschleiern von Informationen ist hier kein Kavaliersdelikt, sondern nährt den Verdacht, dass unangenehme Wahrheiten zurückgehalten werden.
Wem dient die Industriepolitik?
Der Fall Northvolt/Heide ist exemplarisch für eine Wirtschaftspolitik, die oft näher an den Interessen großer Investoren agiert als an denen der breiten Bevölkerung. Es werden hohe Summen in vermeintliche Zukunftsindustrien gepumpt, während gleichzeitig die soziale Infrastruktur – von Schulen über Krankenhäuser bis zum bezahlbaren Nahverkehr – chronisch unterfinanziert bleibt. Sollte die Übernahme scheitern oder zu massivem Stellenabbau führen, wäre dies nicht nur eine persönliche Tragödie für die Betroffenen, sondern auch ein weiteres Indiz für eine verfehlte Prioritätensetzung. Verlässlichkeit entsteht nicht durch leere Versprechungen oder intransparente Deals, sondern durch eine Politik, die den sozialen Zusammenhalt und die tatsächlichen Bedürfnisse der Menschen in den Mittelpunkt stellt.
Kianusch Stender hat mit seiner Forderung einen wichtigen Punkt getroffen. Es ist an der Zeit, dass die Landesregierung ihre Informationspolitik überdenkt und den Menschen in der Region endlich die nötige Klarheit und den respektvollen Umgang bietet, den sie verdienen. Die Zukunft von Heide darf nicht im Dunkeln von Konferenzsälen und nicht-öffentlichen Gesprächen verhandelt werden.
(Bild: Pixabay)
Quelle: Landtag SH PMs



