Schwere Gefechte im Nordwesten des Landes
Bei einem schweren Zusammenstoß zwischen kenianischen Sicherheitskräften und mutmaßlichen Viehdieben sind am 2. Januar 2026 mindestens 14 Menschen getötet worden. Der Vorfall ereignete sich im Bezirk Baringo im Nordwesten Kenias, einem Gebiet, das seit Jahren von gewaltsamen Konflikten um Weideland und Vieh geprägt ist.
Chronologie der Ereignisse
Laut einer offiziellen Erklärung der National Police Service (NPS) vom 3. Januar griff eine Einheit der Reservistenpolizei (National Police Reservists, NPR) am Abend des 2. Januar eine Gruppe bewaffneter Männer an, die Vieh gestohlen haben sollen. Der Vorfall spielte sich im Gebiet von Kiserian, Teil der Marigat Sub-County in Baringo, ab. Die Polizei gab an, 14 Angreifer getötet und 186 gestohlene Rinder sowie 33 Ziegen sichergestellt zu haben. Ein Polizeireservist wurde bei dem Gefecht verletzt. Der Polizeisprecher, Bruno Shioso, bestätigte die Zahlen und bezeichnete die Operation als Reaktion auf Viehdiebstahl.
Hintergrund: Chronischer Konflikt um Ressourcen
Die Region Baringo und angrenzende Bezirke wie Turkana, Samburu und West Pokot sind seit Jahrzehnten Schauplatz gewaltsamer Auseinandersetzungen zwischen pastoralistischen Gemeinschaften. Der Konflikt dreht sich primär um den Zugang zu Weideland und Wasser sowie um Viehdiebstahl („cattle rustling“), der oft mit hochmodernen automatischen Waffen ausgeführt wird. Im Februar 2023 hatte die Regierung unter Präsident William Ruto eine umfassende Entwaffnungskampagne in der Region angekündigt, nachdem ähnliche Angriffe Dutzende Todesopfer gefordert hatten. Lokale Führer, darunter der Abgeordnete für Baringo North, Joseph Makilap, kritisieren regelmäßig, dass die Regierung die zugrundeliegenden Probleme – Dürre, Armut und fehlende alternative Einkommensquellen – nicht nachhaltig angehe.


