Kenia: Finanzministerium stoppt Zahlungen an 500 nicht verifizierte Lieferanten

Kenia: Finanzministerium stoppt Zahlungen an 500 nicht verifizierte Lieferanten

Das kenianische Finanzministerium hat am 27. Dezember 2025 alle Zahlungen an 500 nicht verifizierte Lieferanten und Auftragnehmer der nationalen und Bezirksregierungen gestoppt. Finanzminister Mbugua Njoroge ordnete die sofortige Aussetzung an, nachdem eine interne Überprüfung im Integrated Financial Management Information System (IFMIS) massive Unregelmäßigkeiten aufdeckte.

Chronologie der Maßnahme

Die Anweisung von Finanzminister Mbugua Njoroge erging am Freitag, den 27. Dezember 2025, in einem offiziellen Schreiben an alle Regierungsabteilungen. Das Schreiben trägt die Referenznummer FD.12/345/01A. Darin wird angeordnet, dass „alle Zahlungsprozesse für die genannten 500 Lieferanten sofort ausgesetzt werden, bis eine vollständige und unabhängige Verifizierung abgeschlossen ist“. Die betroffenen Unternehmen sind in einem beigefügten Anhang namentlich aufgelistet. Das Büro des Finanzministers bestätigte, dass die Überprüfung durch die interne Prüfabteilung des Ministeriums bereits in der Woche vom 22. Dezember eingeleitet wurde.

Umfang und beteiligte Behörden

Laut dem Schreiben des Finanzministers sind sowohl Lieferanten der nationalen Regierung als auch solche, die mit den 47 Bezirksverwaltungen Kenias Geschäfte tätigen, von der Zahlungssperre betroffen. Die kenianische Ethik- und Antikorruptionsbehörde (EACC) wurde offiziell eingeschaltet. EACC-Sprecher Eric Ngumbi bestätigte am 30. Dezember, dass seine Behörde die Liste der 500 Unternehmen erhalte habe und erste Untersuchungen einleite. „Unser Fokus liegt auf der Überprüfung der Registrierungsdokumente, der Eigentumsverhältnisse und der tatsächlich erbrachten Leistungen“, sagte Ngumbi.

Hintergrund: Wiederkehrende Probleme im IFMIS

Das IFMIS, ein digitales System zur Verwaltung öffentlicher Finanzen, war bereits mehrfach Gegenstand von Skandalen. Im Juli 2023 deckte der Rechnungshof unter Auditor-General Nancy Gathungu auf, dass über das System Zahlungen in Höhe von umgerechnet etwa 80 Millionen Euro an fiktive Firmen geflossen waren. Ein konkreter Fall betraf das National Irrigation Board im Jahr 2022, bei dem Lieferanten ohne gültige Steuerbescheinigungen (PIN) und Geschäftslizenzen Zahlungen erhielten. Das aktuelle Vorgehen des Finanzministeriums folgt auf direkte Anweisungen von Präsident William Ruto vom 15. Dezember 2025, die „Säuberung“ des öffentlichen Beschaffungswesens voranzutreiben, um Mittel für sein Flaggschiff-Programm, den „Hustler Fund“ für Kleinunternehmer, freizusetzen.

Bildquelle: Pixabay