Wirtschaft in Deutschland gibt die „rote Laterne“ ab – Lichtblicke für 2026?
Nach einer langen Durststrecke mehren sich die Anzeichen, dass die deutsche Wirtschaft im Jahr 2026 endlich wieder Tritt fasst. Verschiedene Wirtschaftsinstitute und Verbände prognostizieren ein leichtes Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) zwischen 0,8 und 1,4 Prozent. Das ist zwar noch kein Aufbruchssignal, aber ein „belastbares Plus“, das auf eine Stabilisierung hindeutet.
Die F.A.Z. titelt sogar, dass Deutschland im Euroraum die „rote Laterne“ abgebe und ins Mittelfeld aufsteige. Haupttreiber dieser Entwicklung sind staatliche Investitionen in Infrastruktur und Verteidigung sowie ein anziehender privater Konsum. Auch die Unternehmensinvestitionen sollen wieder in Schwung kommen.
Handwerk unter Druck: „Konjunkturelle Tristesse“ und steigende Kosten
Während die Gesamtwirtschaft leichte Besserung verspricht, bleibt die Lage im Handwerk angespannt. Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) spricht von einer „konjunkturellen Tristesse“ und beklagt, dass die Betriebe noch immer auf einen Aufschwung warten. Sinkende Auftragsbestände, schwache Umsätze und eine niedrige Investitionsneigung prägen das Bild.
Zudem belasten steigende Material-, Energie- und Lohnkosten die Handwerksbetriebe erheblich. Viele Betriebe sehen sich gezwungen, die Preise zu erhöhen, was wiederum die Nachfrage dämpfen könnte. Besonders betroffen ist der Wohnungsbau, der für viele Handwerkszweige entscheidend ist.
Inflation und Energiepreise: Was bedeutet das für Arbeitnehmer und Mittelstand?
Die Inflation bleibt ein wichtiger Faktor für Arbeitnehmer und Mittelstand. Zwar ist die Inflationsrate zuletzt etwas gesunken, liegt aber immer noch über dem Ziel der Europäischen Zentralbank. Das bedeutet, dass die Preise für viele Güter und Dienstleistungen weiterhin steigen, was die Kaufkraft der Arbeitnehmer schmälert.
Auch die Energiepreise sind nach wie vor ein Thema. Obwohl sich die Lage an den Energiemärkten etwas entspannt hat, sind die Preise für Strom und Gas immer noch hoch. Dies belastet nicht nur die privaten Haushalte, sondern auch die Unternehmen, insbesondere energieintensive Branchen wie die Industrie.
Für das Jahr 2026 wird eine leichte Stabilisierung der Strompreise erwartet. Der durchschnittliche Strompreis für Haushalte soll voraussichtlich zwischen 35 und 38 Cent pro Kilowattstunde liegen. Die Bundesregierung plant zudem, die Netzentgelte durch einen Zuschuss von 6,5 Milliarden Euro pro Jahr abzufedern. Neukunden zahlen im Januar 2026 durchschnittlich 22,9 Cent pro Kilowattstunde, während Bestandskunden 32,9 Cent pro Kilowattstunde zahlen.
Arbeitsmarkt: Unsicherheit und Fachkräftemangel
Die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt ist gemischt. Einerseits gibt es Anzeichen für eine leichte Erholung, andererseits rechnen viele Wirtschaftsverbände mit einem Stellenabbau im Jahr 2026. Besonders im Verarbeitenden Gewerbe könnten Arbeitsplätze verloren gehen.
Gleichzeitig bleibt der Fachkräftemangel ein großes Problem. Viele Unternehmen finden nicht genügend qualifizierte Mitarbeiter, was das Wachstum bremst. Die Politik ist gefordert, Maßnahmen zu ergreifen, um den Fachkräftemangel zu bekämpfen und die Attraktivität des Standorts Deutschland zu erhöhen.
DAX: Zwischen Rekordjagd und Gewinnmitnahmen
Der DAX hat im vergangenen Jahr eine beeindruckende Rallye hingelegt und neue Rekordstände erreicht. Allerdings gab es zuletzt auch Gewinnmitnahmen und eine gewisse Unsicherheit an den Märkten. Die Entwicklung der US-Zölle und die politische Lage in Deutschland spielen dabei eine wichtige Rolle.
Analysten erwarten für das Jahr 2026 eine Seitwärtsbewegung des DAX mit moderaten Kursgewinnen. Die größten Chancen sehen sie in den Bereichen Technologie, erneuerbare Energien und Gesundheit.
Mittelstand: Anpassungsfähigkeit und Innovationskraft gefragt
Der Mittelstand ist das Rückgrat der deutschen Wirtschaft. Viele mittelständische Unternehmen haben in der Vergangenheit ihre Anpassungsfähigkeit und Innovationskraft bewiesen. Um auch in Zukunft erfolgreich zu sein, müssen sie jedoch in neue Technologien investieren, ihre Geschäftsmodelle überdenken und sich den Herausforderungen der Digitalisierung stellen.
Die Politik ist gefordert, den Mittelstand zu unterstützen und für bessere Rahmenbedingungen zu sorgen. Dazu gehören der Abbau von Bürokratie, die Senkung der Energiekosten und eine klare wirtschaftspolitische Linie mit Orientierung auf den Mittelstand.
Bildquelle: KI-generiert – Dieser Beitrag wurde erstellt von Wirtschaftsredaktion



