Algerien verurteilt 49 Personen wegen Spionage für Marokko und Frankreich zu Haftstrafen

Algerien verurteilt 49 Personen wegen Spionage für Marokko und Frankreich zu Haftstrafen

Ein Strafgericht in Algier hat am Dienstag, dem 23. Dezember 2025, 49 Personen wegen Spionage und Landesverrats zu Gefängnisstrafen verurteilt. Das Urteil fiel nach einem Prozess, der sich über mehrere Monate zog und in dem die Angeklagten der Zusammenarbeit mit den Geheimdiensten Marokkos und Frankreichs beschuldigt wurden.

Verurteilungen und Einzelheiten des Urteils

Das Sondergericht im Justizpalast von Algier verhängte Haftstrafen zwischen zwei Jahren und lebenslänglich. Unter den Verurteilten befinden sich Journalisten, Aktivisten und ehemalige Militärangehörige. Die Staatsanwaltschaft hatte die Anklage auf Grundlage des algerischen Strafgesetzbuches, insbesondere der Artikel 61 bis 63 zu Spionage und Landesverrat, erhoben. Laut den Ermittlungsbehörden sammelten die Beschuldigten zwischen 2019 und 2024 sensible Informationen über die algerische Armee, die Energiewirtschaft und innenpolitische Entwicklungen.

Hintergrund: Anhaltende diplomatische Spannungen

Der Prozess fand vor dem Hintergrund anhaltender Spannungen zwischen Algerien und seinen Nachbarn statt. Algerien brach im August 2021 die diplomatischen Beziehungen zu Marokko ab und wirft dem Königreich seitdem vor, destabilisierende Aktivitäten zu unterstützen. Gegenüber Frankreich bestehen seit der Kolonialzeit und ungelösten historischen Fragen wiederholt politische Differenzen. Ein ähnlicher Spionagefall mit 44 Angeklagten war bereits im März 2024 vor einem Gericht in Blida verhandelt worden, was die Sensibilität des Themas für die algerischen Sicherheitsbehörden unterstreicht.

Reaktionen und weitere Entwicklungen

Ein Sprecher des algerischen Verteidigungsministeriums, Oberst Bouzid Boufrioua, kommentierte das Urteil mit den Worten, es demonstriere die Entschlossenheit des Staates, die nationale Souveränität zu schützen. Die Anwälte mehrerer Verurteilter kündigten umgehend Berufung vor dem Obersten Gerichtshof an. Die marokkanische und die französische Regierung haben zu den konkreten Vorwürfen des aktuellen Urteils bislang nicht öffentlich Stellung bezogen.

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