Stromnetz bricht in drei Bundesstaaten zusammen
Am 23. Dezember 2025 um 14:47 Uhr Ortszeit brach die Stromversorgung in weiten Teilen von Mexiko-Stadt, dem Bundesstaat México und Hidalgo zusammen. Das staatliche Energieunternehmen Comisión Federal de Electricidad (CFE) bestätigte, dass insgesamt 1,2 Millionen Haushalte und Unternehmen bis zu sieben Stunden lang ohne Strom waren. Der Ausfall betraf insbesondere die Stadtbezirke Cuauhtémoc, Benito Juárez und Miguel Hidalgo in der Hauptstadt.
Chaos im Stadtzentrum und kritischer Infrastruktur
Der Stromausfall legte 47 U-Bahn-Stationen der Linien 1, 2 und 3 des Sistema de Transporte Colectivo (STC) Metro still, was zu einem kompletten Stillstand des Nahverkehrs im Zentrum führte. Die Verkehrsbehörde SSC musste 350 zusätzliche Beamte einsetzen, um den chaotischen Straßenverkehr an 120 Kreuzungen zu regeln. Das Gesundheitsministerium meldete, dass in 12 öffentlichen Krankenhäusern Notstromaggregate anlaufen mussten, darunter im Hospital General „Dr. Manuel Gea González“ in Tlalpan. Die Flughafenbehörde AICM gab bekannt, dass der Betrieb am Internationalen Flughafen Mexiko-Stadt (AICM) Terminals 1 und 2 mit Verzögerungen aufrechterhalten werden konnte.
Offizielle Ursachenermittlung und Kritik
Der Generaldirektor der CFE, Manuel Bartlett Díaz, führte den Ausfall auf einen „technischen Fehler“ in der Umspannstation Tula im Bundesstaat Hidalgo zurück. Er gab an, dass Teams der CFE den Fehler um 21:30 Uhr behoben hätten. Der Bürgermeister von Mexiko-Stadt, Martí Batres Guadarrama, kritisierte die mangelnde Kommunikation der CFE während des Vorfalls. „Wir erhielten erst zwei Stunden nach Beginn des Blackouts eine offizielle Stellungnahme“, sagte Batres in einer Pressekonferenz. Der Verbraucherschutz Procuraduría Federal del Consumidor (Profeco) verzeichnete innerhalb von 24 Stunden 4.800 Beschwerden über verdorbene Lebensmittel und ausgefallene Kühlsysteme.
Wiederkehrendes Problem des maroden Netzes
Der massive Ausfall ist der schwerste seit dem 28. Dezember 2021, als ein Fehler in der Umspannstelle Huehuetoca 1,3 Millionen Nutzer in der gleichen Region betraf. Das nationale Stromnetz (SEN) wird von der CFE betrieben und gilt als anfällig für Ausfälle. Ein Bericht des Energieministeriums (SENER) vom Oktober 2025 listete 12 größere Unterbrechungen im laufenden Jahr auf. Der mexikanische Senat hat für den 15. Januar 2026 eine Anhörung mit CFE-Direktor Bartlett und Energieminister Miguel Ángel Maciel Torres angekündigt, um die Investitionsrückstände in die Netzinfrastruktur zu thematisieren. Das für 2025 budgetierte Investitionsprogramm in Höhe von 45 Milliarden Pesos (ca. 2,2 Mrd. Euro) für Netzmodernisierungen wurde laut Rechnungshof ASF bisher nur zu 38% umgesetzt.
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