BRICS-Staaten suchen trotz interner Differenzen nach globalem Einfluss und Erweiterung

BRICS-Staaten suchen trotz interner Differenzen nach globalem Einfluss und Erweiterung
Quelle: KI-generiert

BRICS-Staaten streben nach mehr Einfluss in einer sich verändernden Weltordnung

Die BRICS-Staatengruppe, bestehend aus Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika, hat sich zum Ziel gesetzt, ihr Gewicht in der Weltpolitik und Wirtschaft weiter auszubauen. Das Bündnis, das im Jahr 2009 gegründet wurde und dem 2010 Südafrika beitrat, versteht sich als Gegengewicht zur Dominanz des Westens und anderer wirtschaftsstarker Länder wie der G7.

Auf dem Gipfeltreffen in Rio de Janeiro im Juli 2025 suchten die BRICS-Staaten nach gemeinsamen Positionen zu globalen Krisen. Allerdings wies der deutsch-brasilianische Experte Oliver Stuenkel darauf hin, dass die BRICS zuletzt wenig geschlossen aufgetreten seien und es wohl auch wegen auseinanderstrebender Interessen keine gemeinsame Erklärung zum Iran-Israel-Krieg gegeben habe.

Erweiterung der BRICS-Gruppe

Seit dem 1. Januar 2024 hat sich die Zahl der BRICS-Mitglieder durch den Beitritt von Ägypten, Äthiopien, Iran, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Argentinien und Saudi-Arabien auf elf erhöht. Indonesien folgte im Jahr 2025. Diese Erweiterung könnte die Statik der Organisation massiv verändern, da extrem reiche und autoritäre Nationen hinzukommen.

Die Erweiterung wird von einigen Beobachtern als Teil einer Strategie Chinas gesehen, die internationale Ordnung neu zu gestalten. Indien und Brasilien stehen dieser Entwicklung jedoch skeptisch gegenüber, da sie befürchten, dass China seine Dominanz innerhalb des Bündnisses ausbauen könnte.

Wirtschaftliche Bedeutung der BRICS-Staaten

Die BRICS-Staaten repräsentieren fast die Hälfte der Weltbevölkerung und erwirtschaften rund 40 Prozent des globalen Bruttoinlandprodukts. Im Jahr 2023 betrug das gemeinsame BIP der BRICS-Staaten rund 25,8 Billionen US-Dollar, wobei China mit etwa 17,7 Billionen US-Dollar den größten Anteil ausmachte.

Ein Ziel der BRICS-Staaten ist es, die Abhängigkeit vom US-Dollar als globaler Leitwährung zu reduzieren. Sie prüfen daher, inwieweit die Allianz lokale Währungen und alternative Zahlungssysteme nutzen kann. Allerdings gibt es auch hier unterschiedliche Interessen, da beispielsweise Indien weiterhin auf den Dollar als Weltwährung setzt.

Herausforderungen und Perspektiven

Trotz ihrer wachsenden wirtschaftlichen Bedeutung und ihres Einflusses auf die Weltpolitik stehen die BRICS-Staaten vor zahlreichen Herausforderungen. Dazu gehören interne Heterogenität, unterschiedliche politische Systeme und auseinanderstrebende Interessen.

Es bleibt abzuwarten, ob die BRICS-Staaten in der Lage sein werden, in globalen Fragen eine einheitliche Linie zu finden und ihre Ziele einer multipolaren Weltordnung tatsächlich zu verwirklichen. Kritiker bemängeln, dass Größe nicht gleich Macht bedeute und dass es den BRICS-Staaten an einer gemeinsamen Handelspolitik und einer dominanten Währung fehle.

Die deutsche Außen- und Sicherheitspolitik steht vor der Aufgabe, ein Grundverständnis für die weltordnungspolitische Herausforderung, die von den BRICS-Staaten ausgeht, zu entwickeln. Dazu gehört auch, die Beziehungen zu den einzelnen BRICS-Mitgliedern zu pflegen und die eigenen Interessen in einer sich verändernden Weltordnung zu wahren.

Bildquelle: KI-generiert – Dieser Beitrag wurde erstellt von BRICSReport